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Gesundheit Stimmt es, dass Zähneknirschen während der Corona-Pandemie zugenommen hat?

Zähneknirschen: Eine Frau hält sich den Kiefer
In der Fachsprache wird Zähneknirschen als Bruxismus bezeichnet (Symbolbild)
© Getty Images
Ängste, Stress, bis hin zur Depression: Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen eine große Belastung. Forscher aus Polen und Israel wollten wissen, ob das zu mehr Zähneknirschen geführt hat. Das fanden sie in ihrer Studie heraus.

Stimmt es, dass Zähneknirschen durch Corona-Stress zugenommen hat?

Wissenschaftler aus Israel und Polen gingen in der Anfangsphase der Pandemie der Frage nach, ob durch Corona-Stress Zähneknirschen (Bruxismus) zugenommen hat. Für beide Länder konnte die Studie das bestätigen. Als Gründe nannten die Forscher Stress und Ängste wegen der Pandemie.

Für die Studie  wurden knapp 1800 Personen aus beiden Ländern während des jeweiligen Lockdowns 2020 per Online-Erhebung unter anderem nach ihrer körperlichen und mentalen Gesundheit, ihrer finanziellen Lage, dem Verhältnis zu Familie und Freunden, nach Infektionsangst oder nach dem Konsum von Fernsehen, Internet und Sozialen Medien in Bezug auf die Pandemie gefragt – und nach Bruxismus. 

Das Ergebnis: 34 Prozent der polnischen Teilnehmer gaben an, dass sich ihr Zähneknirschen am Tag verschlimmert habe, bei 28 Prozent war dies nachts der Fall. In Israel lagen die Zahlen niedriger, dort waren 16 beziehungsweise 13 Prozent der Befragten betroffen. 

Mehrere Gründe für verstärktes Zähneknirschen 

Die Ergebnisse zeigten, so die Wissenschaftler, dass die Coronavirus-Pandemie erhebliche negative Auswirkungen auf den psychoemotionalen Status sowohl der israelischen als auch der polnischen Bevölkerung hatte, was zu einer Intensivierung ihres Bruxismus führte. Als Gründe machten sie Ängste, Depressionen, Stress oder persönliche Probleme aufgrund der Pandemie aus. Allerdings, so schränkten sie ein, wurden die Befragungen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der ersten Phase der Pandemie durchgeführt und könnten auf den unmittelbaren Stress hinweisen, der durch das plötzliche Gesundheitsrisiko und die Änderung des Lebensstils hervorgerufen wurde. 

Weitere Studien müssten daher noch folgen, betonen die Wissenschaftler. Gerade auch, um die möglichen psychischen und physischen Langzeitfolgen der Pandemie zu bewerten, und auch um Risikogruppen zu identifizieren und um einer Verschärfung der emotionalen und physischen Auswirkungen bei zukünftigen globalen Krisen entgegenwirken zu können.

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Stimmt es eigentlich, dass ...

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Quelle: Studie: Temporomandibular Disorders and Bruxism Outbreak as a Possible Factor of Orofacial Pain Worsening during the COVID-19 Pandemic — Concomitant Research in Two Countries

Quality Board Gruner + Jahr

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