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Falsche Ernährung Kurz auf den Lippen, jahrelang auf den Rippen

Wer sich für kurze Zeit mit Fast Food ernährt, zehrt davon noch länger als ihm lieb ist
Wer sich für kurze Zeit mit Fast Food ernährt, zehrt davon noch länger als ihm lieb ist
© Colourbox
Heute schon geschlemmt? Eine neue Studie mahnt zur Vorsicht, dies nicht zu häufig zu machen. Wer sich vier Wochen lang ungesund ernährt und wenig bewegt, büßt dafür noch Jahre später - mit einem höheren Fettanteil im Körper.

Wer sich nur vier Wochen lang regelmäßig den Bauch vollschlägt, läuft Gefahr, dafür zwei Jahre lang zu büßen: Bereits eine derartig kurze Periode exzessiver Essensaufnahme und reduzierter Bewegung hat wohl eine dauerhafte Auswirkung auf das Körpergewicht und die Fettspeicherung, haben schwedische Wissenschaftler um Asa Ernersson herausgefunden. Demnach ist der Anteil von Körperfett am Gesamtkörpergewicht nicht nur direkt nach der vierwöchigen Schlemmphase erhöht, sondern auch noch über zwei Jahre später, selbst wenn das Ausgangsgewicht in der Zwischenzeit wieder erreicht wurde. Das berichtet das Forscherteam um Asa Ernersson von der Universität in Linköping in der Fachzeitschrift "Nutrition & Metabolism".

Für die Studie erhöhten zwölf Männer und sechs Frauen im Alter von 26 Jahren gezielt ihre Energieaufnahme um durchschnittlich 70 Prozent. Um an der Untersuchung teilnehmen zu können, mussten die Probanden gesund und normalgewichtig sein (Body-Mass-Index weniger als 25) und die Bereitschaft besitzen, ihr Körpergewicht um 5 bis 15 Prozent zu steigern. Für vier Wochen nahmen die Teilnehmer hauptsächlich durch Fastfood-Nahrung etwa 5700 Kalorien pro Tag zu sich. Außerdem durften sie täglich nicht mehr als 5000 Schritte zurücklegen, was einem bewegungsarmen Lebensstil entspricht. Anschließend kehrten die Probanden zu ihren vorherigen Gewohnheiten zurück.

Effekte auf die Gesundheit zeigen sich lange

In regelmäßigen Abständen wurden unter anderem Körpergewicht, Hüft- und Taillenumfang sowie der Anteil von Fett und fettfreier Körpermasse gemessen. Während des vierwöchigen Essmarathons hatte jede Person im Durchschnitt 6,4 Kilogramm an Körpergewicht zugelegt. Nach sechs Monaten waren die angefutterten Pfunde größtenteils wieder verloren, wobei jeder Teilnehmer immer noch rund 1,6 Kilogramm mehr auf die Waage brachte als vor Studienbeginn. Selbst nach 12 Monaten war das Ausgangsgewicht noch nicht wieder erreicht, sondern im Schnitt noch um 1,5 Kilogramm höher.

Bei der Messung nach zweieinhalb Jahren waren die Wissenschaftler selbst überrascht: Im Vergleich zum Ausgangswert war das Gewicht 3,1 Kilogramm höher, was eine weitere Gewichtszunahme dokumentierte. Der größte Teil dieser Zunahme scheint dabei auf einen erhöhten Anteil an Körperfett zurückzugehen. Bei einer Kontrollgruppe, die ihre Ess- und Bewegungsgewohnheiten vier Wochen lang nicht verändert hatte, zeigte sich dieser Effekt nicht.

Die Wissenschaftler merken an, dass diese Veränderung der Fettmasse größer war, als zu erwarten gewesen wäre. Das mache es schwer abzunehmen und ein neues Gewicht zu halten. "Sogar kurzzeitige Veränderungen des Essverhaltens können ausgedehnte Effekte auf die Gesundheit haben", fasst Ernersson zusammen.

DDP DDP

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