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Forschung: Live aus dem Gehirn gegen den Schmerz

US-Forscher erproben einen neuen Weg der Schmerzlinderung: Anhand von Livebildern der Hirnaktivität haben sie einer kleinen Gruppe von Probanden beigebracht, ihr Schmerzzentrum willkürlich zu beeinflussen.

US-Forscher erproben einen neuen Weg der Schmerzlinderung: Anhand von Livebildern der Hirnaktivität haben sie einer kleinen Gruppe von Probanden beigebracht, ihr Schmerzzentrum willkürlich zu beeinflussen. Nach nur drei Sitzungen von jeweils 13 Minuten Dauer konnten die acht Versuchsteilnehmer ihr Schmerzempfinden verändern, wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2445, S. 9) berichtet. Dieses "Biofeedback"- Verfahren könne sich nicht nur gegen Schmerzen als nützlich erweisen, sondern auch gegen Leiden wie Depressionen oder Demenz, bei denen die normale Hirnfunktion verändert ist.

Die Forscher um Fumiko Maeda von der Universität Stanford (US- Staat Kalifornien) nutzten für ihren Versuch die Funktionelle Kernspintomographie (fMRI), mit denen sich die Aktivität einzelner Hirnareale darstellen lässt. Während die acht Freiwilligen schmerzhafte Hitze auf ihrer Hand ertragen mussten, konnten sie per fMRI die Aktivität einer Hirnregion beobachten, die sowohl für Schmerzintensität als auch emotionale Schmerzwirkung zuständig ist. Wie die Forscher kürzlich auf einer Fachkonferenz in San Francisco berichteten, lernten die Probanden erstaunlich schnell, die Aktivität dieser Hirnregion und damit auch ihr Schmerzempfinden zu beeinflussen, konnten allerdings nicht erklären, wie sie dies erreicht hatten. Der Schmerz dämpfende Effekt schien jedoch sogar nach Ende der Kernspin-Sitzungen noch anzuhalten.

DPA

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