Forschung Turbospermien durch Maiglöckchenduft


Kein Aprilscherz: Spermien fahren auf Maiglöckchenduft ab. Wenn sie den Duft "wahrnehmen", erhöhen sie sogar ihre Schwimmgeschwindigkeit.

Kein Aprilscherz: Bei Maiglöckchenduft legen Spermien den Turbo ein. Wenn sie den Duft "wahrnehmen", erhöhen sie sogar ihre Schwimmgeschwindigkeit. Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum jetzt erstmals nachgewiesen und in der neuesten Ausgabe des englischen Fachblatt "Science" veröffentlicht.

Spermien können riechen

Das Forscherteam unter Leitung von Hanns Hatt konnte zeigen, dass Spermien einen Riechrezeptor besitzen, wie er bisher nur aus der Nase bekannt war. Von der Eizelle ausgesendete Duftstoffe können laut Hatt den Rezeptor aktivieren und ermöglichen so erst das Zusammentreffen der beiden Partner. Zusätzlich beschleunigten die den Duftstoff riechenden Spermien ihr Tempo.

Neue Möglichkeit der Empfängisverhütung

Praktische Bedeutung könnten die Lockstoffe nach Angaben der Ruhr-Universität vor allen Dingen bei der künstlichen Befruchtung erlangen, um Ehepaaren bei ihrem Kinderwunsch zu helfen. Mit einem von den Bochumer Wissenschaftlern entdeckten Blocker könnte demnächst auch eine hormonfreie Empfängnisverhütung möglich sein: "Man kann den Spermien so zu sagen die Nase zu halten und sie dadurch am Auffinden der Eizelle hindern", sagte Hatt in Bochum. Lediglich das Experiment, das beweise, dass Spermien in Gegenwart des Blockers die Eizelle nicht befruchten, stehe noch aus, dürfe aber in Deutschland auf Grund gesetzlicher Vorschriften nicht durchgeführt werden.


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