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Wissenschaft schnell erklärt Macht Fahrradfahren impotent?

Wer hier steil hinauf strampelt, bei dem geht’s hier angeblich steil bergab. Es heißt: Fahrradfahren macht Impotent. Ende der Neunziger hat ein amerikanischer Urologe behauptet, Radeln richtet hier ganz Schlimmes an. Seitdem hält sich der Mythos hartnäckig. So ganz kann man die Befürchtung nicht von der Bettkante schuppsen: Denn bis zu zwei Drittel des Körpergewichts drücken beim Radfahren auf den Sattel. Adern und Nerven verlaufen zwischen den Sitzhöckern weitgehend ungeschützt Auch dass Radler nach langen Touren über ein Taubheitsgefühl klagen, ist keine Seltenheit. Eine deutsche Studie hat ergeben: Nach einer halben Stunde auf dem Sattel kann die Durchblutung im Genitalbereich um bis zu 70 Prozent abnehmen. Kann die Empfehlung also nur lauten: Wer seinen kleinen liebt, schiebt? Wenn man ganz normal Fahrrad fährt nicht! Vor allem wenn man den richtigen Sattel nutzt, muss man keine Angst vor Impotenz haben. Erst wer 300-400 Kilometer pro Woche radelt und das über Jahre hinweg trägt ein erhöhtes Risiko, weil die Durchblutung ständig eingequetscht wird. Und selbst dann: Der Ex-Radprofi Jan Ulrich ist vierfacher Vater. Profis fahren bis zu 40.000 Kilometer im Jahr. Grundsätzlich gilt: Die positiven Eigenschaften überwiegen: Radeln fördert das Herz-Kreislaufsystem - und das gelenkschonend. Trotzdem sollte man ein paar Dinge beachten: Die Sitzpolster müssen zu den eigenen Sitzhöckern passen. Besser einen breiteren als einen schmalen Sattel nutzen - auch wenn der vielleicht nicht so chic aussieht. Die Sattelspitze sollte ein bis drei Grad nach unten geneigt werden. Wer beim Radeln zudem alle 10 Minuten kurz in eine stehende Position wechselt, kann sich sicher sein, dass der Blutfluss aufrecht erhalten bleibt. Wer sich trotzdem um seinen Nachwuchs sorgt, dem bleibt nur der Umstieg auf ein Liegefahrrad. Positionswechsel sind dann ohnehin nicht mehr nötig.
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Ende der Neunziger behauptet ein amerikanischer Urologe, Radeln mache Männer unfruchtbar. Seitdem hält sich der Mythos hartnäckig. Doch wie schädlich ist Fahrradfahren tatsächlich für die männliche Potenz?

Von Philipp Weber

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