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Lage spitzt sich zu 41.622 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden – was Frankreich nun droht

Ein Mann liegt mit Mund-Nasen-Schutz in einem Krankenhausbett. Eine Pflegekraft in blauer Schutzkleidung steht daneben
Besonders die Lage auf den Intensivstationen bereitet in Frankreich große Sorge
© Christophe Archambault / AFP
Frankreich stellt in Sachen Corona einen Negativrekord nach dem anderen auf. Am Wochenende tritt in weiten Teilen des Landes eine Ausgangssperre in Kraft. Wirkt sie nicht, ist der Lockdown wohl unvermeidlich.

Frankreich hat mit 41.622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Spitzenwert erreicht. Das seien rund 15.000 mehr als am Vortag, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität mittlerweile auf mehr als eine Million.

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass die bereits in Paris und anderen Metropolen geltende nächtliche Ausgangssperre auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes ausgedehnt werde. Die Ausgangssperre gelte von Samstag an dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Der Regierung zufolge haben sich in den vergangenen sieben Tagen 251 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Es starben bisher mehr als 34.000 Menschen.

Frankreichs Premier spricht von "härteren Maßnahmen"

"Wenn es uns nicht gemeinsam gelingt, die Epidemie einzudämmen, müssen wir härtere Maßnahmen ergreifen", sagte Castex. Es sei noch Zeit, das zu verhindern - aber die Zeit werde knapp. Die Regionalzeitung "Le Parisien" führt ihren Lesern vor Augen, wie gravierend die Folgen sein dürften, wenn die Ausgangssperre nicht den erhofften Erfolg bringt: "Die nächste Stufe wäre dann ein landesweiter Lockdown. Das wäre für alle eine wirtschaftliche Katastrophe: Privatpersonen, Selbstständige, Unternehmen und den Staat."

Frankreich stellte am Donnerstag auch seine neue Anti-Corona-App "TousAntiCovid" vor. Die Vorgängerversion "StopCovid" war ein Flop. Die neue App solle nun ein "digitales Schweizer Taschenmesser" im Kampf gegen Corona sein, sagte der Staatssekretär für Digitales, Cédric O.

Intensivstationen füllen sich mit Corona-Patienten

Besonders die Lage auf den Intensivstationen bereitet den Franzosen große Sorge. Gerade in der Hauptstadt Paris sind immer mehr Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Auch die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle steigt an. Seit dem Wochenende gilt erneut der Gesundheitsnotstand, mit dem die Regierung weitgehende Beschränkungen per Dekret durchsetzen kann.

tkr DPA

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