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Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Schlamperei im Supermarkt

Das Kennzeichnungsrecht schreibt vor, Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen auszuzeichnen. Doch "Öko-Test" erlebte bei Supermarkt-Lebensmitteln eine handfeste Überraschung.

Die Gentechnik ist im Supermarkt angekommen: Nach Recherchen der Zeitschrift "Öko-Test" wurden ein Jahr nach In-Kraft-Treten des neuen Gen-Kennzeichnungsrechts zwar keine so deklarierten Lebensmittel gefunden, dafür aber Spuren von gentechnisch veränderten Bestandteilen in fast jedem dritten getesteten Produkt. Nach Ansicht des Magazins bleibt die Wahlfreiheit des Kunden daher auf der Strecke.

Schwellenwert mindert Aussagekraft des Kennzeichnungsrechts

Das neue Kennzeichnungsrecht helfe nur halbherzig bei einer bewussten Entscheidung, wenn Lebensmittelgruppen aus der Kennzeichnungspflicht herausfielen und Spuren von gentechnisch veränderten Organismen unterhalb eines Schwellenwertes toleriert würden, berichtete "Öko-Test". Nach geltendem Recht müssten Verunreinigungen erst ab einem Schwellenwert von 0,9 Prozent gekennzeichnet werden; Werte darunter würden "als zufällige oder technisch unvermeidbare Beimischung" gelten.

Insgesamt seien 56 besonders gefährdete Produkte, meist auf Soja- und Maisbasis, getestet worden. 16 Produkte hätten geringe Mengen gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten und im Test mit "befriedigend" abgeschnitten. Die Anteile hätten sich fast immer bei 0,1 Prozent oder darunter bewegt. Nur in Sportlernahrung und Schlankheitsdrinks seien etwas höhere Gehalte nachgewiesen worden. Das liege daran, dass gentechnikfreies Sojaprotein immer schwerer zu beschaffen sei, erläuterten die Experten. Unter anderem seien kanadische Honige mit gentechnisch belastetem Rapspollen belastet. Genraps wachse in Kanada auf mehr als 60 Prozent der Anbauflächen.

AP

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