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Auf Instagram "Keinen Bock auf Sterben": Aktivist teilt dringenden Appell der Corona-Risikogruppe


"Das ist doch nur für Risikogruppen gefährlich", ist ein Argument, das im Zusammenhang mit dem Coronavirus noch immer gern angebracht wird. Aktivist Raul Krauthausen teilte auf Instagram nun einen Appell eben dieser an ihre Mitmenschen.

Wir sollten derzeit möglichst vermeiden, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und "soziale Distanz" praktizieren – diese Information dürfte inzwischen bei fast allen angekommen sein. Die Gründe hierfür sind recht einfach erklärt und scheinen dennoch für viele unverständlich zu sein: Während laut Experten klar ist, dass wir uns früher oder später fast alle mit dem Coronavirus infizieren werden und die Infektion bei jungen, gesunden Körpern meist weitestgehend harmlos und teilweise sogar komplett ohne Symptome verläuft, ist das längst nicht bei allen so. Für die sogenannten Risikogruppen kann eine Erkrankung mit Covid-19 nicht nur gravierender, sondern teilweise sogar lebensbedrohlich sein. Darum muss unbedingt vermieden werden, dass wir uns alle gleichzeitig infizieren und damit das Gesundheitssystem so sehr überstrapazieren, dass es sich nicht mehr um alle Menschen kümmern kann, die dringend Hilfe benötigen.

Doch das scheint noch nicht bei allen angekommen zu sein und das Argument "Das ist doch nur für Risikogruppen gefährlich" fällt noch immer oft. Einer, der das nicht mehr hören kann, ist Aktivist Raul Krauthausen. Auf seiner Instagram-Seite veröffentlichte er einen Beitrag, der sich inzwischen recht fix in den sozialen Medien verteilt. Er teilte Bilder von sich und sechs weiteren jungen Menschen, für die Corona lebensgefährlich sein könnte und schrieb dazu: "Hi, wir sind’s. Die Risikogruppe. Du hast gedacht wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt."

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
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Corona-Risikogruppen: "Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben"

Er selbst und der Drehbuch-Student Leonard Grobien hätten Glasknochen, was eine heftige Infektion wesentlich gefährlicher machen würde. Musiker Denis Boesner, Jurastudentin Amelie Ebner und Fotograf Oliver Straub seien "unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt und können richtig schlecht abhusten – das Virus könnte sie töten." Auch Musikmanagerin Katharina Eichner ist von Corona stark gefährdet: Sie hat Spina Bifida und damit ein Lungenvolumen von nur einem halben Liter – "ihr könnt euch vorstellen, wie praktisch das bei einer heftigen Infektion ist", schreibt Aktivist Krauthausen.

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Es sei an uns als Gesellschaft, die Verantwortung für die gesundheitlich schwächeren Mitglieder zu schützen: "Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben. Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst."

Mit seinem Appell ist Krauthausen nicht alleine. Unter dem Hashtag #Risikogruppe finden sich zahlreiche weitere Posts, in denen User ihre Mitmenschen bitten, auf die Empfehlungen des Gesundheitsamtes zu hören und soziale Distanz zu wahren. 

jgs

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