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Kampf gegen Pandemie Minister beschließen Corona-Drittimpfungen und Impfangebote für Minderjährige

Ein Kinder- und Jugendarzt drückt ein Abtupftuch an die Stelle, an der eine junge Frau geimpft wurde
Ein Kinder- und Jugendarzt drückt ein Abtupftuch an die Stelle, an der eine junge Frau mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer geimpft wurde
© Fabian Sommer / DPA
Die Gesundheitsminister der Länder haben den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen sowie flächendeckende Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren beschlossen.

Die Gesundheitsminister der Länder haben in Einvernehmen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen sowie flächendeckende Impfangebote für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren beschlossen. Die Entscheidungen erfolgten einstimmig, wie nach der Gesundheitsministerkonferenz am Montagabend mitgeteilt wurde. Spahn begrüßte die zusätzlichen Angebote auch für Minderjährige.

Spahn: "Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden"

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, dass nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen. Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. "Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", heißt es in dem Beschluss. Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant. In allen Fällen, auch bei den Auffrischungsimpfungen, sollen die sogenannten mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna zum Einsatz kommen. 

Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen." Auch 12- bis 17-Jährige, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, könnten sich und andere schützen. Mit der Möglichkeit einer Auffrischimpfung im September sollten zudem besonders gefährdete Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. "Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten." Der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte: "Wir gehen vorbereitet in den Herbst."

Auffrischungsimpfung für gefährdete Gruppen

Der Beschluss zu den Drittimpfungen sieht vor, dass diese zunächst Höchstbetagte, Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression erhalten sollen. Dies gilt zum einen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen, wo erneut mobile Teams zum Einsatz kommen sollen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte angeboten bekommen. 

In allen Fällen soll die Auffrischungsimpfungen frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen. 

Stiko will sich demnächst erneut zu Impfungen für Jugendliche äußern

Mit ihrer Entscheidung umgehen die Ministerinnen und Minister die Ständige Impfkommission (Stiko), die Corona-Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige bislang nur bei Vorliegen besonderer Risiken empfiehlt. In dem Beschluss der Ministerkonferenz wird jedoch betont, dass die Stiko von Impfungen Minderjähriger auch nicht abrät, sondern lediglich für eine individuelle medizinische Beratung plädiert. Auch Spahn hob hervor, die Beschlüsse stünden im Einklang mit den Stiko-Empfehlungen.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens äußerte die Erwartung, dass auch die Impfkommission sich bald erneut zu Impfungen für ab Zwölfjährige äußern werde. "Ich hoffe, dass wir das in den nächsten zehn Tagen schaffen", sagte er dem "Spiegel". Allerdings könne er heute noch nicht sagen, wie die neue Empfehlung ausfallen werde. Auch Mertens sagte aber, er sehe keinen Konflikt zwischen der Gesundheitsministerkonferenz und der Stiko.

Zuvor hatten unter anderem Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen für mehr Impfungen auch von Minderjährigen geworben. Am Montagmorgen lag die Quote der Erstimpfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen bei 20,5 Prozent, vollständig geimpft waren 9,9 Prozent.

rw AFP DPA

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