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Covid-19 Nur Geimpfte dürfen Hamburg-Marathon mitlaufen – Kritik daran folgt auf dem Fuß

Teilnehmer am Hamburg-Marathon
Hafen-Impression vom Hamburg-Marathon (Archivbild)
© Kay Nietfeld / DPA
Die aktuelle Entscheidung, für den anstehenden Hamburg-Marathon ausschließlich geimpfte Teilnehmer zuzulassen, sorgt für hitzige Diskussionen.

Am 12. September dieses Jahres wird in Hamburg wieder der "Haspa Marathon" ausgetragen – nach Veranstalterangaben ist dies "Deutschlands größter Frühjahrsmarathon", der in der Vergangenheit bis zu 25.000 Teilnehmer anzog. Statt im Frühjahr findet er wegen der Corona-Pandemie 2021 jedoch im Herbst statt. Dieses Mal gibt es zudem eine einschneidende Neuerung: Nur noch "komplett gegen Covid-19 geimpfte Läuferinnen und Läufer" dürfen an dem Rennen teilnehmen, wie auf der offiziellen Facebook-Seite der Veranstaltung zu lesen ist.

Anschließend folgt eine kurze Erläuterung der Maßnahme: "Die Impfung, um diesen Status zu erreichen, muss [...] spätestens zwei Wochen vor der Veranstaltung erfolgt sein [...]. Wer von Covid-19 genesen und 1x geimpft ist, ist ebenfalls startberechtigt."

Hamburger Maßnahme stößt auf Unterstützung und Ablehnung

Unter dem Posting fanden sich – neben verständnisvollen und die Maßnahme unterstützenden Beiträgen – alsbald zahlreiche kritische Postings. Zwar wird es einhellig begrüßt, dass der Marathon 2021 überhaupt stattfinden wird, die Einschränkung, dass nur bereits geimpfte Menschen zugelassen werden, ruft jedoch teilweise erboste Reaktionen hervor.

Rainer H. etwa macht seinem Unmut Luft mit den Worten: "Aus meiner Sicht liegt hier eine klare Diskriminierung vor: Menschen aufgrund ihres Immunitätsstatus in Gruppen mit unterschiedlichen Freiheitsgraden aufzuteilen ist verfassungswidrig. Laut der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist eine solche Diskriminierung verboten. Es gilt das Gebot der Rechtsgleichheit und das Recht auf persönliche Freiheit. Dieses Gebot wird vom ,Haspa-Marathon Hamburg' nicht eingehalten." 

"Impfpflicht durch die Hintertüre"

Victor T. sieht den Sport durch die Einschränkung in unzulässiger Weise beschnitten: "Mit der Unterscheidung von Geimpften und Nicht-Geimpften SPALTET man die (Lauf)Gesellschaft." Eine indirekt-politische Intention unterstellt im Anschluss Torsten T., der die Entscheidung des Veranstalters als "Impfpflicht durch die Hintertüre" interpretiert.

Covid-19: Nur Geimpfte dürfen Hamburg-Marathon mitlaufen – Kritik daran folgt auf dem Fuß

Doch auch Zustimmung kommt bei den Teilnehmern nicht zu kurz. Janosch F. beispielsweise schreibt: "Richtige und wichtige Entscheidung. Wenn das der Weg zurück zu Sportveranstaltungen ist, dann gehen wir ihn besser früher als später. Impfen ist und bleibt freiwillig, ebenso die Teilnahme an solchen Events. Wenn und mich aber dafür entscheide, dann muss ich auch die Regeln der Veranstaltung akzeptieren."

Vielfach wird in den Kommentaren jedoch auch ein Vergleich zu Spielen der Fußball-Bundesliga gezogen, die zwar wesentlich weniger aktiv Teilnehmende haben, jedoch eine vergleichbar große Anzahl an Zuschauern anziehen. Lutz W. fasst dies mit: "Und wenn in der Buli demnächst wieder der Ball rollt, dürfen ohne Probleme 20.000+ dicht an dicht auf die Ränge. Einfach nur noch traurig..." zusammen.

Quelle:  Facebook-Account Hamburg-Marathon

km

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