HOME

Stern Logo Ratgeber Erkältung & Grippe

Was sinnvoll ist - und was nicht: Stiftung Warentest räumt mit den häufigsten Erkältungs-Ratschlägen auf

Mit dem Winter kommen die Bazillen. Doch was tun, wenn es einen erwischt hat? Stiftung Warentest hat sich die gängigsten Empfehlungen angesehen und erklärt, was bei Halsschmerzen, Husten und Fieber zu tun ist. Und warum Schmerzmittel nicht immer eine gute Idee sind.

Eine Frau ist erkältet und hält ein Taschentuch vor das Gesicht

Hilft Zink? Und sind Schmerzmittel sinnvoll? Stiftung Warentest hat die wichtigsten Helferlein gegen Erkältung und Grippe unter die Lupe genommen.

Getty Images

Der Kassierer im Supermarkt hustet, die Kollegin schnieft und die Fahrt in der U-Bahn gleicht einem Selbstversuch in Sachen "Wie vielen Krankheitserregern kann mein Immunsystem standhalten?" Mit dem nasskalten Wetter breiten sich Krankheitserreger aus, allen voran Viren. Sie führen zu Erkältungen, die unangenehme Symptome mit sich bringen: Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit. Auch die gefürchtete Influenza-Grippe wird von Viren ausgelöst, wenn auch von einer anderen Viren-Art.

Umgangssprachlich wird eine Erkältung als grippaler Infekt bezeichnet. Mit einer Grippe hat das jedoch nichts zu tun. Die Symptome bei einer Influenza setzen meist plötzlicher als bei einer Erkältung ein. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen und hohem Fieber. Gegen die Influenza gibt es zudem einen Impfstoff. Gegen Erkältungsviren dagegen nicht.

Erwachsene müssen im Schnitt mit etwa zwei bis vier Erkältungen im Jahr rechnen. Doch was ist zu tun, wenn es einen erwischt hat? Schmerztablette schlucken und ab ins Bett? Oder helfen Kräutertees? Die Experten der Stiftung Warentest haben die häufigsten Ratschläge überprüft und erklären, welche wirklich sinnvoll sind - und was sich Betroffene sparen können. 

Hilfe bei Erkältung - diese Tipps können Sie vergessen

Zeigen sich die ersten Anzeichen einer Erkältung, kommt man leicht in Versuchung, die Beschwerden mit einer Schmerztablette zu bekämpfen. Doch das kann nach Ansicht von Stiftung Warentest mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund: Bei einer erhöhten Temperatur bis 38,5 Grad Celsius arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Es produziert Abwehrzellen, um die Krankheitserreger auszubremsen. "Wer sofort Fiebersenker einnimmt, hindert es daran. Der Heilungs­prozess kann sich verzögern", schreibt Warentest. Erst ab einer Temperatur von 39 Grad Celsius sollte das Fieber gesenkt werden - mit fiebersenkenden Mitteln oder einem Wadenwickel.

In Apotheken gibt es verschiedene Kombimittel, die gegen Erkältungssymptome helfen sollen - beispielsweise "Wick MediNait" oder "Aspirin Complex". Nach Ansicht der Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest sind sie jedoch "keine gute Wahl". Die Kombination verschiedener Wirktsoffe im selben Medikament erhöhe das Risiko für Nebenwirkungen. Besser sei es, Symptome wie Halsschmerzen und Husten einzeln zu bekämpfen - zumal sie meist nicht gleichzeitig, sondern in der Regel nacheinander auftreten. Ein Kratzen im Hals lässt sich beispielsweise mit zuckerfreien Bonbons lindern.

Und wie steht es um das populäre Vitamin C? Auch das ist laut Warentest kein Allheilmittel. "Hoch dosierte Pillen bringen nichts, wenn es einen erwischt hat. Der Körper scheidet überschüssige Mengen aus, er kann das Vitamin nicht speichern." Der Großteil der Bevölkerung sei gut mit Vitamin C versorgt. 100 Milligramm am Tag sollten es sein, ein Bedarf, der sich leicht mit Lebensmitteln, etwa roter Paprika, decken lässt.

Zink ist einen Versuch wert

Lediglich Leistungssportler und körperlich schwer Arbeitende profitieren wohl von einer erhöhten Zufuhr. Wenn sie regelmäßig mindestens 200 Milligramm Vitamin C einnehmen, scheint das Erkältungen vorzubeugen. 

Einige Menschen schwören auf Zink, um eine Erkältung im Keim zu ersticken oder die Erkältungszeit zu verkürzen. Zwar gebe es Studien, die darauf hindeuten, schreibt Warentest. Doch für eine klare Empfehlung reiche die Studienlage nicht aus. Wer Zink ausprobieren möchte, kann das aber tun. Am ehesten lohnt sich der Versuch, wenn das Mittel hochdosiert eingenommen wird - und zwar innerhalb von 24 Stunden, nachdem sich die ersten Anzeichen bemerkbar gemacht haben. 

Was Sie stattdessen tun sollten

Die Bewertung von Warentest zeigt erneut: Ein Allheilmittel, das alle Erkältungsbeschwerden verschwinden lässt, existiert nicht. Anstatt sich mit teuren Erkältungsmitteln einzudecken, raten die Experten, dem Körper Ruhe zu gönnen, viel zu schlafen und sich darauf zu konzentrieren, das Symptom zu bekämpfen, das aktuell am meisten quält. Gerade bei Fieber ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Am besten eignen sich dafür ungesüßte Kräutertees und Wasser. 

Die vollständige Liste mit den geprüften Ratschlägen können Sie hier noch einmal nachlesen.

NEON Unnützes Wissen : So lange überleben Viren an Geldscheinen - kuriose Fakten zu Grippe und Erkältung

ikr