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Keime in der Milch: Die Mär von der ewigen Haltbarkeit: So tückisch ist H-Milch

Haltbarer Milch haftet der Ruf an, unverderblich zu sein. Doch der bundesweite Rückruf von H-Milch-Produkten zeigt: In ihr können sich auch schnell Keime breitmachen. Und die sind schwer festzustellen.

Auch H-Milch kann verderben

H-Milch ist nicht ewig haltbar. Ist die Packung erst einmal offen, kann sie rasch verderben.

H-Milch ist in den Schlagzeilen. Der Discounter Lidl ruft derzeit haltbare Vollmilch der Marke Milbona zurück. Bei internen Tests des Milchproduzenten Fude + Serrahn wurde der Keim Bacillus cereus nachgewiesen. Das Bakterium bildet Gifstoffe und kann Durchfall und Erbrechen auslösen.

Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens Ein-Liter-Packungen mit 3,5 Prozent Fettgehalt und den Mindesthaltbarkeitsdaten 7. Mai und 8. Mai 2017.  Das Produkt soll vorsichtshalber nicht verzehrt werden und kann bundesweit in allen Lidl-Filialen zurückgegeben werden.

Dass ausgerechnet H-Milch kontaminiert ist, überrascht viele Verbraucher. H-Milch - das Kürzel steht für haltbare Milch - wird für wenige Sekunden auf Temperaturen zwischen 135 und 150 Grad Celsius erhitzt und im Anschluss wieder abgekühlt. Bei diesem Prozess werden alle vermehrungsfähigen Keime abgetötet. Die Milch bleibt so auch ungekühlt in einer verschlossenen Packung für Monate haltbar. Doch unverderblich macht es sie deshalb nicht – im Gegenteil.

Verderb bei H-Milch ist schwer festzustellen

Ist H-Milch erst einmal geöffnet, kann sie rasch schlecht werden. Der Grund: Wird der Verschluss geöffnet, gelangen Luft und damit auch potenzielle Keime in die Verpackung. Diese können sich in der Milch "bestens vermehren", heißt es auf der Seite des Ernährungsdienstes Aid. Besonders kritisch: "H-Milch verdirbt zudem ohne Säuerung, so dass man den Verderb nicht schmeckt." 

Nach Angaben des Aid sollte eine geöffnete H-Milch immer gut verschlossen und gekühlt aufbewahrt werden und innerhalb von zwei bis drei Tagen aufgebraucht sein. Eine länger offene H-Milch sei zwar nicht zwangsläufig verdorben, jedoch könne das nicht "hundertprozentig" ausgeschlossen werden.

Natürlich sollte auch eine geöffnete Frischmilch  innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden. Bei ihr ist der Verderb jedoch leichter festzustellen. Die enthaltenen Milchsäurebakterien "dicken" die an und lassen sie sauer werden. Das kann man riechen und schmecken. Schwimmen Flocken im Milchkaffee, sollte das Produkt ebenfalls entsorgt werden.

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ikr
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