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Gesundheitsgefahr: UV-Index in der Wetter-App: Warum diese unscheinbare Zahl viel wichtiger ist als Sie denken

Wetter-Apps sind praktisch: Sie zeigen an, wenn Regen droht und warnen vor Hitze. Die wichtigste und nützlichste Funktion der Apps kennen viele aber nicht: Es ist der UV-Index. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Screenshit eines UV-Index in einer Wetter-App

Was bedeutet eigentlich der UV-Index in Wetter-Apps?

Getty Images

Mit der Sonne ist das so eine Sache: Auf der einen Seite tut sie gut. Ein Sonnenbad wärmt und hebt unsere Stimmung. Im Sommer bildet unser Körper unter Sonneneinstrahlung wertvolles Vitamin D. Das Vitamin erfüllt wichtige Aufgaben im Körper und stärkt unter anderem die Knochen.

Auf der anderen Seite schadet Sonnenstrahlung - und zwar massiv. Die ultraviolette Strahlung der Sonne kann die Haut verbrennen, die Hautalterung beschleunigen und zu verfrühten Fältchen führen. Langfristig steigt das Risiko für Hautkrebs. Guter UV-Schutz ist daher wichtig. Doch woran erkennen wir, dass es Zeit ist, uns zu schützen? Und wann darf die Sonnencreme auch mal ruhigen Gewissens Zuhause bleiben?

Eine gute Orientierungshilfe ist der UV-Index (UVI), wie ihn jede gängige Wetter-App anzeigt. Der Wert ist ein Maß für die Intensität der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung und wurde unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführt. Grundsätzlich gilt: Je höher der UVI, desto größer ist die Gefahr für ungeschützte Haut. Das Risiko eines Sonnenbrands steigt.

UV-Index: Ab wann wird es kritisch?

In Deutschland rangieren die UV-Werte im Sommer in der Regel zwischen 5 und 8. In höheren Lagen, etwa in den Alpen, werden mitunter Werte von 11 erreicht. Besonders kritisch sind die UV-Werte in der Nähe des Äquators: Nach Angabe des Bundesamts für Strahlenschutz kann hier ein UV-Index von 12 und sogar höher auftreten.

Als gefahrlos gelten UV-Werte von 1 bis 2. Werte ab 3 bis 5 bedeuten eine mittlere Belastung. Ein UV-Index von 6 bis 7 gilt als "hoch", ab 8 als "sehr hoch". Ab 11 wird die UV-Belastung "extrem". Welche Schutzmaßnahmen bei den unterschiedlichen Werten angebracht sind, zeigt die folgende Tabelle:


UV-IndexBelastungSchutzmaßnahmen
1-2niedrignicht erforderlich
3-5mittelSchutz erforderlich:
- Während der Mittagsstunden Schatten aufsuchen.
- Entsprechende Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen.
- Für unbedeckte Haut Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor verwenden.
6-7hochSchutz erforderlich: s.o.
8-10sehr hochSchutz absolut notwendig:
- In der Mittagszeit möglichst nicht draußen aufhalten!
- Unbedingt Schatten aufsuchen!
- Entsprechende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind dringend nötig.
11 und höherextremSchutz absolut notwendig: s.o.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

UV-Belastung: Wolken bieten kaum Schutz

Wichtig dabei: Der UV-Wert kann im Laufe eines Tages stark schwanken. Er wird in erster Linie vom Sonnenstand bestimmt und nicht - wie man zunächst denken könnte - von der Temperatur. Der UV-Index kann daher auch an vergleichsweise kühlen Tagen kritische Werte erreichen.

In der Luft schwebende Aerosole und die Ozonschicht schwächen die Strahlung in der Regel ab. Eine leichte Bewölkung verringert den UV-Index dagegen kaum. Bei besonderen Bewölkungssituationen kann der UV-Index im Vergleich zu einem klaren Himmel sogar steigen, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz. Schuld an diesem Effekt sei die zusätzliche Streustrahlung. Auch auf Schnee, Wasser und am Strand kann die UV-Belastung höher als der angegebene UV-Index sein. "Grund hierfür ist, dass die UV-Strahlung an hellen oder spiegelnden Oberflächen reflektiert wird", schreibt das Bundesamt.

Doch was bedeutet ausreichender Schutz? Laut den Experten der Stiftung Warentest gibt es dafür eine einfache Faustregel: "Der Sonnen- oder Lichtschutzfaktor (SPF/LSF) des Sonnenschutzmittels sollte mindestens doppelt so hoch sein wie der UV-Index." Wer plant, sich länger in der Sonne aufzuhalten, sollte gleich zu einem Mittel mit höherem Faktor greifen. Dasselbe gilt für Kinder, deren Haut noch sehr empfindlich ist: Hier eignen sich Mittel mit einem Schutzfaktor von 30 bis 50.

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