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Indonesien Bei Corona-Tests am Flughafen verwendete eine Firma offenbar Teststäbchen mehrfach

Ein Flughafenmitarbeiter testet eine Frau auf Corona
Bei Coronatests am Airport von Jakarta kam es zu einem Skandal (Symbolbild)
© Ergin Yalcin / Getty Images
An einem großen indonesischen Flughafen wurden offenbar bei unzähligen Reisenden unbrauchbare Corona-Tests durchgeführt. Die Mitarbeiter einer privaten Firma hatten die Teststäbchen einfach gereinigt und wiederverwendet.

Was am großen Flughafen der indonesischen Stadt Medan aufgedeckt wurde, verschlägt einem die Sprache: Mitarbeiter einer privaten Firma sollen bei den vor Flügen verpflichtenden Corona-Tests offenbar die Stäbchen, die den Menschen zur Probenentnahme in die Nase geschoben werden, mehrfach verwendet haben. Sie wollten damit wohl Geld sparen und sich so bereichern.

Wie die BBC berichtet, hatten sich unter Reisenden Klagen darüber gehäuft, dass man falsch-positive Ergebnisse angezeigt bekommen habe. Vor allem Geschäftsleute, die trotz Pandemie noch immer fliegen müssen, sind auf die Tests am Flughafen angewiesen – und beschwerten sich über unzuverlässige Ergebnisse und unnötige Verzögerungen. Falsche Ergebnisse können natürlich vorkommen, aber nachdem dies am Flughafen derart regelmäßig passierte, begann die Polizei das Testzentrum der Firma "Kimia Farma" zu beobachten.

Die Polizei nahm das Testcenter unter die Lupe

Und sie stellten Schockierendes fest: Eine Gruppe von Mitarbeitern, inklusive des Regionalmanagers der Firma, hatte begonnen, die Teststäbchen nach der Benutzung zu reinigen und einfach wiederzuverwenden. Dafür sind sie natürlich nicht vorgesehen: Durch dieses Vorgehen kam es nicht nur vermehrt zu falschen Ergebnissen, es bestand natürlich auch ein erhöhtes Risiko, das Virus von einem Kunden auf den nächsten zu übertragen. Bisher sind glücklicherweise keine konkreten Fälle bekannt, in denen das passierte.

Die Polizei führte eine Razzia durch und nahm fünf Angestellte von "Kimia Farma" fest. Sie fanden bei der Durchsuchung der Büros und Testcenter nicht nur wiederverwendete Teststäbchen, sondern auch Unterlagen, aus denen hervorging, dass die Gruppe der Mitwissenden bis dahin rund 104.000 Euro illegalen Gewinn durch das "Einsparen" neuer Testkits gemacht hatte. Die Angeklagten wurden von "Kimia Farma" inzwischen entlassen und die Firma versprach, interne Kontrollen zu verstärken.

Anwälte bereiten nun eine Sammelklage im Namen vieler Flugreisender vor, die durch die unbrauchbaren und unhygienischen Tests in ernste Gefahr gebracht wurden.

Quelle:  BBC

wt

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