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Tipps bei Medikamenten-bedingtem Kopfschmerz: Nimm keine!

Sie selbst können verhindern, dass Sie Kopfschmerzen durch den zu starken Gebrauch von Tabletten bekommen: Nehmen Sie die Medikamente nur ein, wenn es wirklich nötig ist.

Am besten ist, Sie bekommen erst gar keine zusätzlichen Kopfschmerzen durch den starken Gebrauch von Schmerzmitteln. So können Sie vorbeugen:

  • Nehmen Sie an maximal zehn Tagen im Monat Schmerzmittel.
  • Verwenden Sie keine Kombinations-Präparate. Bei ihnen ist die Gefahr noch höher, einen Schmerzmittel-bedingten Kopfschmerz zu bekommen als bei Präparaten, die nur eine Wirksubstanz enthalten.
  • Nehmen Sie keine Tabletten, die zusätzlich Koffein enthalten. Koffein wirkt anregend, das verleitet Sie möglicherweise dazu, sie häufiger als nötig einzunehmen.
  • Tragen Sie nicht ständig Kopfschmerztabletten bei sich. Wenn die Pillen ständig mit einem Griff erreichbar sind, ist die Gefahr groß, unbedacht nach der Packung zu greifen.
  • Wenn Sie häufig Beschwerden haben, gehen Sie zum Arzt. Behandeln Sie sich nicht über längere Zeit selbst.

Wenn Sie schon den Verdacht hegen, dass Sie Kopfschmerzen von den Tabletten haben, notieren Sie sich, wann und wieviele Schmerzmittel Sie einnehmen. So können Sie erkennen, ob Sie gefährdet sind. Bestätigt sich Ihre Befürchtung, machen Sie sich bewusst, dass Sie ihre Kopfschmerzen nur loswerden, wenn Sie die Medikamente absetzen - auch wenn das zunächst unlogisch erscheint.

In der Klinik gelingt der Entzug von den Medikamenten besser

Sollten Sie zuviel Schmerzmittel einnehmen, machen Sie einen Entzug - am besten unter ärztlicher Betreuung. Damit alles glatt läuft, bedenken Sie:

  • Es erfordert hohe Motivation, die Tabletten nicht mehr einzunehmen. Denn während der Medikamentenpause treten häufig Entzugs-Symptome auf. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel Herzrasen und Fieber. In einer Klinik gelingt der Entzug daher besser.
  • Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt genau informieren, mit welchen Begleiterscheinungen Sie rechnen müssen. Fragen Sie auch nach Möglichkeiten, die Entzugserscheinungen zu lindern.
  • Je nach Schwere der Entzugserscheinungen kann ein Klinikaufenthalt ein bis zwei Wochen dauern.

Eine Liste mit Kliniken und Ambulanzen, die auf Kopfschmerzen und den Entzug von Schmerzmitteln spezialisiert sind, finden Sie #hier#.

Während eines Entzugs können Sie nicht arbeiten

Sollte ein Entzug im Spital nicht möglich sein, suchen Sie sich für die Medikamentenpause seelischen Beistand bei Freunden oder in der Familie. Empfehlenswert ist das aber nur, wenn

  • Ihre Motivation sehr hoch ist,
  • Ihre Abhängigkeit von den Medikamenten noch nicht so stark ist,
  • beim Entzug keine Komplikationen zu erwarten sind,
  • Sie von einem erfahrenen Kopfschmerz-Therapeuten beraten werden.

Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Sie ihren alltäglichen Aufgaben während eines Entzugs nicht nachkommen können. Sorgen Sie im voraus dafür, dass Arbeitgeber und Familienmitglieder auf Ihren Ausfall vorbereitet sind. Nehmen Sie sich die nötige Auszeit und versuchen Sie nicht, Alltagsaufgaben zu erledigen. Dies würde die Erfolgswahrscheinlichkeit enorm reduzieren.

Achten Sie auch nach dem Entzug auf sich selbst

Haben Sie die Medikamentenpause gut überstanden, und geht es Ihnen wieder besser, sollten Sie sich bewusst machen, dass Ihre Beschwerden zurückgegangen sind, weil Sie auf Schmerzmittel verzichten.

Notieren Sie auch nach einem erfolgreichen Entzug, wann Sie Schmerzmittel einnehmen. So vermeiden Sie, die Maximaldosis wieder zu überschreiten. Greifen Sie nach der Medikamentenpause nur dann wieder zu Schmerzmitteln, wenn nichts anderes hilft.

Und: Lassen Sie sich gegen die Kopfschmerzen behandeln, die zu dem übermäßigen Schmerzmittelgebrauch geführt haben.

Nicole Graaf

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