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Ewing-Sarkom Claire hat 80.000 Fans auf Instagram - es begann mit einem traurigen Grund

Mit nur vier Jahren erkrankte Claire an Krebs. Auf Instagram konnten Zehntausende verfolgen, wie das Mädchen eine Chemotherapie durchmachte - und die Krankheit besiegte. Nun kämpft Claire für andere kranke Kinder.
Von Kim Schwarz

Claire wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normales sechsjähriges Mädchen. Sie macht Ballett, tanzt vor dem Fernseher zu Hip-Hop-Videos, posiert im Prinzessinenkleid, baut Sandburgen am Strand. Für andere Kinder ist das selbstverständlich - für Claire nicht. Denn noch vor knapp zwei Jahren war es nicht klar, ob Claire überleben würde. Bei dem damals vierjährigen Kind wurde ein Ewing-Sarkom diagnostiziert, ein bösartiger Tumor. Claire hatte großes Glück: Die Chemotherapie schlug an, seit neun Monaten ist die Sechsjährige krebsfrei. Claires Schicksal ist seit Beginn ihrer Krankheit auf Instagram dokumentiert - und das lebensfrohe Mädchen mit dem strahlenden Lächeln begeistert inzwischen mehr als 83.000 Fans. Doch Claire hat auch eine Mission.

Ewing-Sarkome sind bis heute nur schlecht erforscht. Der Krebs kann Knochen und auch Weichteile befallen und die Überlebenschancen haben sich seit Jahrzehnten nicht verbessert. Claires Mutter Michelle Russel will das ändern. Sie sammelt auf der Spenden-Plattform Gofundme Geld, um die Forschung zu Ewing-Sarkomen zu unterstützen und die Heilungschancen für jene zu verbessern, die daran erkranken. Michelle Russell hat außerdem eine Stiftung gegründet, die Forever Fierce Foundation. Claire ist das Gesicht der Stiftung.

Der Krebs begann mit Rückenschmerzen

Im Mai 2014 hatte sich das Leben von Claire und ihrer Familie schlagartig verändert. Die Vierjährige hatte immer wieder über Rückenschmerzen geklagt, doch ihre Eltern glaubten, das sei auf ihre Gymnastikstunden zurückzuführen. Als der Schmerz schlimmer wurde, brachten sie Claire ins Krankenhaus. Die schmerzhafte Diagnose lautete: Krebs. Ein Tumor hinter der Lunge.

Eine Chemotherapie begann und stellte das Leben der fünfköpfigen Familie auf den Kopf. Das John Hopkins-Krankenhaus in Baltimore wurde zum zweiten Zuhause. Claires Mutter richtete einen Kanal bei Instagram ein. Auf "prayersforclaire" ließ sie andere am Schicksal teilhaben, hielt dort gute und schlechte Momente fest. Als ihrer Tochter die Haare ausfielen. Aber auch, als es erstmals hieß: Der Tumor ist zu 75 Prozent geschrumpft.

Nach einem Jahr war Claire krebsfrei

Trotz allem verließ der Lebensmut das Mädchen nie. Selbst in ihren vermeintlich schwächsten Stunden strahlt und lacht sie, singt und freut sich. Als Folge der Krebserkrankung mussten ihr die Ärzte zwei Rippen entnehmen. Heute bewegt sie sich, als sei nie etwas gewesen.

Nach einem Jahr waren im Körper des kleinen Mädchens keine Krebszellen mehr nachweisbar. Das heißt nicht, dass sie nun gesund ist und der Krebs aus ihrem Leben verschwunden. Sie ist in Remission, wie es im Fachjargon heißt. Jeden Monat muss Claire sich im Krankenhaus per MRT untersuchen lassen. Bislang war alles unauffällig. "9 Monate ohne Krebs!", schrieb Michelle Russell vor wenigen Tagen auf Instagram.

Ewing-Sarkome werden meist spät entdeckt

Ewing-Sarkome sind seltene Tumore. In Deutschland erkranken derzeit jährlich etwa drei von einer Million Kindern unter 15 Jahren (etwa 40 Kinder pro Jahr) neu daran. Ewing-Sarkome sind sehr aggressiv, sie wachsen schnell. Etwa ein Viertel der Patienten weist zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen auf.

Die Krankheitszeichen äußern sich als Schmerzen oder Schwellungen. Sie treten häufig nach einer bestimmten Belastung auf, können auch zeitweise zurückgehen. Oftmals werden sie als Sportverletzungen oder Wachstumsschmerzen gedeutet, weswegen eine Diagnose häufig verzögert erfolgt. Die Prognose hängt von mehreren Faktoren ab. So spielt eine Rolle, wo sich der Tumor befindet und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Ist das der Fall, verringern sich die Heilungschancen erheblich.


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