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Oberschule Söhlde: Wegen Maserngefahr: "21 ungeimpfte Kinder haben vorerst Schulverbot bei uns"

21 Kinder im Landkreis Hildesheim dürfen nicht mehr zur Schule gehen, ehe sie einen ausreichenden Impfschutz gegen Masern nachweisen können. Ein infizierter Besucher des Adventsbasars der Schule könnte weitere Personen angesteckt haben. 

Schild von Söhlde im Landkreis Hildesheim

In Söhlde im Landkreis Hildesheim könnten sich 21 Schüler mit Masern angesteckt haben

DPA

Das Gesundheitsamt hat 21 Schülern der Oberschule Söhlde im Landkreis Hildesheim Schulverbot erteilt. "Die Kinder konnten nicht nachweisen, dass sie gegen Masern immun sind und sind daher möglicherweise infiziert", sagte die Schuldirektorin Ina Sykulla dem stern. Am Dienstag waren akute Masernfälle im Landkreis Hildesheim bekannt geworden. Darunter war auch ein Säugling, der die Erkrankung mittlerweile gut überstanden hat. Ein mit Masern Infizierter hatte ihn angesteckt, der auch den Adventsbasar der Oberschule in Söhlde besucht und dadurch noch mehr Menschen infiziert haben könnte. Das Gesundheitsamt rät deshalb allen Besuchern des Basars, einen Arzt aufzusuchen.

Der erkrankte Besucher wurde pflichtgemäß dem Gesundheitsamt gemeldet, das daraufhin Untersuchungen an der Schule durchführte. Dabei stellten die Mitarbeiter bei zunächst 53 Schülern keinen Impfschutz gegen Masern fest. Mittlerweile fehlt dem Gesundheitsamt laut Sykulla noch von 21 Schülern der Nachweis über eine Impfung oder die Immunität gegen Masern. 

"Wir wissen noch nicht, ob sich jemand infiziert hat, denn die ersten Krankheitsanzeichen würden erst ab dem 12. Dezember auftreten", sagt Sykulla. "Aber auch Kinder, die sich infiziert haben, dürfen ab dem 20. Dezember wieder zur Schule gehen, denn dann ist die Ansteckungszeit vorüber." 

Ab März 2020 droht den Eltern nicht geimpfter Kinder ein hohes Bußgeld

Die Eltern seien sehr bemüht, eine möglicherweise fehlende zweite Impfung ihrer Kinder nachzuholen. "Niemand ist hysterisch geworden, es ist nur viel Verunsicherung da. Eltern rufen uns an, weil sie den Impfpass ihrer Kinder nicht finden und nicht wissen, wie sie weiter vorgehen sollen. Ich leite sie alle an das Gesundheitsamt weiter, denn ich bin die Schuldirektorin, aber keine Ärztin." 

Sykulla ist froh, dass das Gesundheitsamt den Impfschutz der Schüler überprüft hat, denn ab März 2020 ist nach Beschluss des Bundestages ohnehin jeder Schüler verpflichtet, einen Impfschutz gegen Masern nachzuweisen. Andernfalls droht den Eltern ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro. 

"Das Gesundheitsamt hat uns damit Arbeit abgenommen, die meine Lehrkräfte sonst erledigt hätten. Natürlich hoffe ich jetzt, dass alle Schüler ihre Immunität nachweisen können und gesund bleiben." 

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