Methodencheck Operieren, spritzen oder salben - was tun?


Um wulstige Wundmale (hypertrophe Narben), überschießende Narben (Keloide) oder andere störende Verletzungsspuren zu behandeln, wenden Mediziner eine ganze Reihe verschiedener Verfahren an. Wie erfolgreich die jeweilige Methode ist, hängt vom Narbentyp, aber vor allem von individuellen Faktoren ab. Nicht immer gelingt die Reduktion.

Chirurgische Therapie

Die Narbe wird herausgeschnitten. Zwar vernarbt die Wunde erneut, doch oft unauffälliger, wenn die Prozedur mit einer oder mehreren anderen Behandlungsmethoden kombiniert wird. Anderenfalls entsteht - vor allem bei Keloiden - oft keine Verbesserung, die Narbe kann sogar noch größer werden.

Drucktherapie

Wenn (bei bekannter Neigung zur pathologischen Narbenbildung) nach dem Heilen der Wunde ganztägig und über viele Monate Kompressionsbandagen getragen werden, wird die entstehende Narbe meist flacher.

Kältebehandlung

Mit einem Spray friert der Arzt die Narbe für wenige Sekunden ein, meist muss er das in größeren Zeitabständen wiederholen. Das planiert die Wundmale. Die Erfolgsquote liegt bei hypertrophen Narben bei 82 und bei Keloiden bei 64 Prozent. Oft gehen allerdings Pigmente im behandelten Areal verloren.

Kortisonspritzen

Die Injektion von Lidocain und Triamcinolonacetonid in eine frische Narbe lässt manches Wundmal schrumpfen. Unter Umständen muss die Prozedur mehrmals wiederholt werden.

Bestrahlung

Wenn nach dem Herausschneiden eines Keloids das Gewebe mit Röntgenstrahlen beschossen wird, die wenige Millimeter in die Haut dringen, tritt der narbige Überschuss mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 bis 99 Prozent nicht mehr auf. Wegen der Strahlenbelastung sollte dies jedoch das letzte Mittel der Wahl sein.

Laserbehandlung

Mithilfe eines speziellen Lichtstrahls wird die Narbe abgetragen. Die bislang veröffentlichten Resultate sind widersprüchlich, ein durchweg positiver Effekt ist nicht gesichert.

Silikon

Silikongele oder Folien aus Silkongel, die über Wochen und Monate auf eine verheilte Wunde aufgebracht werden, sollen die Narbenbildung reduzieren. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht belegt.

Interferone

Was die Injektion dieser Gewebehormone bringt, ist umstritten, in Einzelfällen jedoch war die Behandlung erfolgreich.

Salben

Die Wirkung diverser in Apotheken verkaufter Narbensalben, die zum Beispiel Zwiebelextrakt, Heparin und Allantoin enthalten und die Breite und Höhe von Narben verkleinern sollen, ist nur unzureichend untersucht.

Pflaster

Im Handel angebotene Pflaster zur Narbenreduktion sollen allein durch Wärme und leichten mechanischen Druck frische und alte Wundmale mindern. Laut Stiftung Warentest ist die Wirksamkeit "mangelhaft".

Abschleifen

Bei dem Dermabrasio genannten Verfahren wird mit einem Schleifinstrument oder einem Sandstrahlgerät die Oberfläche der Haut samt Verletzungsspuren abgetragen. So lassen sich vor allem Aknenarben oftmals mildern. Wenn jedoch zu stark abgeschliffen wird, können sich neue Narben bilden.

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