VG-Wort Pixel

Ersatz aus Soja, Reis, Mandel und Co Die Milch, die keine ist

Ersatz aus Soja, Reis, Mandel und Co: Die Milch, die keine ist
© colourbox.com
Kuhmilch schmeckt einmalig, das lässt sich nicht imitieren. Wer jedoch auf das tierische Lebensmittel verzichten muss oder möchte, findet brauchbaren Ersatz: aus Dinkel, Hafer, Mandeln und Sojabohnen.
Von Franziska Rozicki

Ob ein Café heute im Trend liegt, erkennt man beim Blick auf die Getränkekarte: Dann wird dort Latte macchiato auch in einer Sojamilchvariante angeboten. Milchersatzprodukte sind gefragter denn je, im Laden stehen sie wie selbstverständlich neben der echten Milch. Wer aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf das tierische Lebensmittel verzichten möchte, ist dankbar für das wachsende Angebot an pflanzlichen Alternativen.

Alle anderen stehen ratlos vorm Supermarktregal. Ähnelt die Sojamilch dem Original überhaupt? Was haben Algen im Reisdrink verloren? Und was zum Teufel ist ein Dinkeldrink? Wer mutig einen Schluck probiert, ist häufig enttäuscht: Geschmacklich hat der Ersatz wenig mit echter Milch gemein. Und deren reines Weiß zu imitieren gelingt den Herstellern der Pflanzendrinks auch nicht - mit der Farbe verhält es sich eher wie mit Recyclingpapier: Der Unterschied fällt sofort ins Auge. Eine Ähnlichkeit mit Kuhmilch erwarten wir, weil umgangssprachlich stets von Soja- oder Mandelmilch die Rede ist. Auf der Verpackung werden die Produkte jedoch meist als "Drinks" bezeichnet. Denn als "Milch" darf nach dem Gesetz nur bezeichnet werden, was durch Melken gewonnen wurde.

Tierischer Herkunft sind die Pflanzendrinks in keiner Hinsicht: Ihre Zutaten werden geerntet, in der Fabrik zerkleinert, mit Wasser vermengt, gekocht und gefiltert. Manchmal setzen die Firmen Zucker oder Sonnenblumenöl zu, Verdickungsmittel wie Guarkernmehl oder Emulgatoren. Auf diese Weise entstehen neben dem Klassiker aus Soja mittlerweile Ersatzprodukte aus Getreide wie Hafer, Reis und Dinkel, aber auch aus Nüssen und Kokos. Der Gehalt an Fett, Zucker und Eiweiß unterscheidet sich je nach Hersteller und Sorte. Pure Sojadrinks haben meist weniger Kalorien als fettarme Kuhmilch, Reisdrinks eher mehr. Verwenden lässt sich Milchersatz ähnlich wie das Original: zu Cornflakes und Müsli, im Kaffee oder Kakao oder als Backzutat. Der Zusatz von Vitamin B12, Kalzium oder kalziumhaltigen Algen soll die Versorgung mit Nährstoffen sichern, da mit dem Verzicht auf Milch eine wichtige natürliche Quelle dafür entfällt.

Gesundheitliche Folgen sind noch unbekannt

Die langfristige Wirkung von Pflanzendrinks auf die Gesundheit ist noch unklar. Studien geben Hinweise darauf, dass Haferdrinks den Blutcholesterinspiegel günstig beeinflussen. An #link;http://www.stern.de/gesundheit/soja-lebensmittel-wie-gesund-ist-soja-2157663.html;Soja scheiden sich die Geister#: Die Bohne enthält Isoflavone, hormonähnliche Substanzen, die mal als gesundheitsförderlich, mal als riskant eingestuft werden. In der Kinderernährung jedenfalls wird wegen möglicher Gesundheitsrisiken von Milchersatzprodukten abgeraten. Daneben gelten Einschränkungen je nach Zutaten: Zöliakiepatienten und Allergiker sollten beispielsweise Getreide- oder Nussdrinks meiden.

Alle anderen können Milch durch die - meist teureren - pflanzlichen Alternativen ersetzen. Denn Nüsse und Getreide sind gesunde Lebensmittel. Noch greifen vor allem Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie zum Ersatz, mittlerweile erweitern aber auch einige Allesesser ihren Speiseplan um die Drinks. Besonders die Mandel- und Haselnussvarianten gelten als leckere Alternative, sie verleihen Kaffee eine nussig-cremige Note. Eingeschworene Milchtrinker können sich auf ein neues Geschmackserlebnis gefasst machen. Für einen ersten Versuch eignet sich ein Cappuccino in einem trendbewussten Café: Denn Sojamilch lässt sich wie die echte Milch bestens aufschäumen

Stern Logo

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker