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News zum Coronavirus Angela Merkel begibt sich nach Pressekonferenz in häusliche Quarantäne

Merkel begibt sich in häusliche Quarantäne. In Deutschland steigen die Zahlen der Corona-Infizierten unaufhörlich. Bund und Länder wollen Kontakverbot. Der Nachrichtenverlauf des Sonntages im stern-Liveblog zum Nachlesen.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus: In Deutschland gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bislang 23.129 Infektionen mit dem Coronavirus. 93 Menschen sind bislang daran bundesweit gestorben. Die Zahlen des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) sind etwas niedriger, weil es mit einer anderen Datenbasis arbeitet. Danach gibt es 18.610 Infizierte und 55 Tote.

Das öffentliche Leben ist deshalb in vielen Ländern deutlich eingeschränkt. Auch Deutschland ist in den Ruhezustand übergegangen, zahlreiche Bundesländer schränken das öffentliche Leben durch Ausgangsbeschränkungen ein. Bundeskanzlerin Merkel sieht die Gesellschaft vor einer "historischen Aufgabe". Die Bundesregierung hat milliardenschwere Hilfen zugesagt.

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Angela Merkel begibt sich nach Pressekonferenz in häusliche Quarantäne (19.09 Uhr)
  • Versammlungen mit mehr als zwei Personen verboten: Bund und Länder wollen "Kontaktverbot" beschließen (15.55 Uhr) 
  • Beamte vom Festland helfen Inselpolizei auf Norderney bei Räumung (15 Uhr)
  • Coronavirus: Ehemaliger Real-Boss Sanz auf Intensivstation gestorben (14.02 Uhr)
  • Fast 400 neue Corona-Todesfälle in Spanien innerhalb von 24 Stunden (12.27 Uhr)
  • Regierung plant Nachbesserungen bei Kreditprogramm (11.24 Uhr)
  • Google sagt Entwicklerkonferenz ab (11.10 Uhr)

Alle Meldungen zum Thema finden Sie hier im stern-Special.

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Alles, was Sie zum Thema Reisen in Zeiten des Coronavirus wissen müssen, finden Sie hier. 

Live Blog

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im stern-Liveblog

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Neil Diamond rät zum Händewaschen. Der 79-Jährige hat seinen Klassiker "Sweet Caroline" im Zeichen der Corona-Krise umgedichtet. "Passt auf euch auf dort draußen! "Hands...washing hands..", schrieb er auf Twitter und verlinkte ein Video, in dem er vor einem brennenden Kamin zur Gitarre greift. Dies seien harte Zeiten, zusammen singen würde vielleicht helfen, erklärt Diamond und stimmt den Song "Sweet Caroline" an, allerdings mit neuen Textpassagen. Statt "Hands, touching hands", also Hände berühren sich, ruft er mit "Hands, washing hands" zum Händewaschen auf. Der Refrain "touching me, touching you" wird in der neuen Version zu "Don't touch me, I won't touch you". Damit rät Diamond vom gegenseitigen Anfassen ab.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Um das Internet zu entlasten, werden nun auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte ein Sprecher des beiden Online-Netzwerke mit. Zuvor hatten bereits der Film- und Serien-Anbieter Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt. Die US-Internetgiganten reagierten damit auf eine entsprechende Bitte von EU-Industriekommissar Thierry Breton. Dieser hatte die Anbieter am Mittwoch aufgefordert, nun da viele Menschen wegen der Corona-Krise von zuhause aus arbeiten und Unterhaltungsangebote verstärkt genutzt werden, zu einer Entlastung des Internets beizutragen.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Österreich meldet erstmals einen Erfolg bei den Neuinfektionen: Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg zwischen Samstag und Sonntag lediglich noch um 15 Prozent oder 430 Fälle auf insgesamt 3244 Infektionen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Vor Beginn der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen war es in der Spitze ein Anstieg um 40 Prozent an einem Tag gewesen. "Die gesetzten Maßnahmen beginnen also zu wirken. Die Entwicklung der Zahl der Corona-Erkrankungen muss aber weiter sinken, die Zuwächse sind noch immer viel zu hoch. Er warnte aber eindringlich davor, nachzulassen. Wegen der Coronakrise soll Österreich bis zum Ostermontag in Minimalbetrieb laufen.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Der britische Premier Boris Johnson schimpft mit Briten, die im Kampf gegen das Coronavirus die Anweisungen der Regierung ignorieren. "Ihr müsst zwei Meter Abstand voneinander halten", sagte er in London. Andernfalls müssten härtere Maßnahmen ergriffen werden. Die Regierung hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass Sperrzonen errichtet werden könnten. Bei schönem Wetter waren etliche Menschen in den Parks der britischen Hauptstadt spazieren gegangen. Menschenmassen hielten sich auch im Snowdonia-Gebirge in Wales, an den Stränden Cornwalls im Südwesten Englands und in den Schottischen Highlands auf. Landesweit sind mehr als 280 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Mit den neuen Corona-Anordnungen dürfte sich die Bundesliga-Pause weiter verlängern. Die von Bundeskanzlerin Merkel verkündeten Einschränkungen des sozialen Lebens machen auch die Austragung sogenannter Geisterspiele ohne Zuschauer für mindestens zwei Wochen praktisch unmöglich. Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga kommt am Dienstag zur Vorbereitung einer weiteren Mitgliederversammlung am 31. März zusammen, bei der das künftige Vorgehen beschlossen werden soll. Bislang hatten die 36 Profi-Clubs eine Zwangspause bis zum 2. April vereinbart, allerdings gleichzeitig verkündet, dass man nicht davon ausgehe, "dass der Spielbetrieb am ersten April-Wochenende wieder möglich sein wird". Andere europäische Top-Ligen haben bereits einen Fußball-Stopp bis Ende April beschlossen. Laut Medienberichten plant die englische Premier League eine Wiederaufnahme der noch ausstehenden Spieltage erst am 1. Juni.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vorsichtshalber in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte. Der Mediziner, der die Kanzlerin prophylaktisch gegen Pneumokokken geimpft hatte, sei inzwischen positiv auf das Virus getestet worden, teilte Merkels Sprecher Steffen Seibert mit. "Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen", sagte er. Merkel werde sich "in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre", erklärte Seibert. Die Kanzlerin sei erst nach ihrem Presseauftritt am Sonntagabend von der Infektion ihres Arztes unterrichtet worden. Merkel hatte vor der Presse den neuen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung des Coronavirus vorgestellt, den sie mit den Ministerpräsidenten vereinbart hatte.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Alles entspannt im hohen Norden: Das erste Wochenende nach Umsetzung infektionsschützender Maßnahmen ist aus Sicht der Landespolizei Schleswig-Holstein weitestgehend ruhig verlaufen. Das sonnige Wetter hat erwartungsgemäß die Menschen dazu animiert, sich im Freien aufzuhalten, erfreulicherweise hielt sich das zusätzliche Einsatzgeschehen aber in Grenzen, sagte Landespolizeidirektor Michael Wilksen. Nur vereinzelt seien der Polizei Verstöße gegen die Auflagen wie zum Beispiel größere Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen oder geöffnete Gaststätten gemeldet worden. Die Polizei appelliert daher auch weiterhin an die Bürgerinnen und Bürger: Bitte achten Sie unbedingt, auch draußen, auf den notwendigen Sicherheitsabstand zu anderen Personen und verhalten Sie sich verantwortungsbewusst!

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Die Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin ist beendet. Merkel hat zum Schluss noch einmal darauf hingewiesen, dass das Wichtigste derzeit sei, einen möglichst großen Abstand zu anderen Menschen einzuhalten.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Jetzt beantwortet die Kanzlerin Fragen der Presse. Unsere Kollegen aus Berlin werden in Kürze die Maßnahmen erläutern und kommentieren.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Diese Regeln sollen laut Angela Merkel gelten:
    - Kontakte außerhalb von Familien und Haushaltsmitglieder reduzieren
    - In der Öffentlichkeit ist ein Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern einzuhalten
    - Nur maximal zwei Menschen sollen im öffentlichen Raum zusammensein
    - Einkaufen, Sport, Hilfe für andere Menschen und der Weg zu Arbeit bleiben möglich
    - Gruppen feiernder Menschen sind inakzepabel
    - Gastro-Betriebe bleiben geschlossen, außer Lieferdienste
    - Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben möglich
    - Diese Maßnahmen sollen zwei Wochen gelten

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    "Wir müssen in der Lage lernen", sagt Merkel und fordert Flexibilität im Umgang mit der Pandemie.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    Die Kanzlerin spricht von zwei "Gegenmitteln" 1.: Krankenhäuser auf steigende Fälle vorbereiten. 2.: Öffentliches Leben so weit wie möglich herunterfahren.

  • Niels Kruse
    • Niels Kruse

    In wenigen Augenblicken wird Angela Merkel auf einer Pressekonferenz erläutern, was sie und die Landeschefs bei ihrer Telefonkonferenz beschlossen haben. Hier können Sie verfolgen, was die Bundeskanzlerin sagen wird.

  • Julia Kepenek
    • Julia Kepenek

    Wegen der Corona-Krise verhängt nun auch Griechenland eine landesweite Ausgangssperre. Die Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie trete am Montag in Kraft, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in einer Fernsehansprache. Wegen des neuartigen Coronavirus gelten weltweit mittlerweile für rund eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen.

  • Julia Kepenek
    • Julia Kepenek

    Angesichts steigender Corona-Zahlen in Brasilien und anderen Ländern der Region werden auch in Lateinamerika immer mehr Ausgangssperren verhängt. Die Zahl der offiziell mit dem Coronavirus Infizierten in Brasilien stieg am Wochenende auf mehr als 1000, 19 Menschen starben bislang. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte aufgrund fehlender Tests allerdings weit höher liegen - Experten zufolge könnte sie in Brasilien auf bis zu 9000 steigen.

    Während der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro die Pandemie erneut als "gripezinha", kleine Grippe, verharmloste, setzten einzelne Bundesstaaten restriktive Maßnahmen um. So verhängte der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, der mehr als 40 Millionen Einwohner hat, am Samstag als erster eine weitgehende Ausgangssperre, die von Dienstag an für 15 Tage gelten soll. Bolsonaro bezeichnete das als "Hysterie". Andere Bundesstaaten wie Rio de Janeiro haben die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung ebenfalls eingeschränkt. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha ergab, dass die Brasilianer Angst vor dem Virus haben und drei von vier Einwohnern eine vorübergehende Ausgangssperre befürworten.

DPA AFP

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