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Wissenschaftler erklärt: Mit diesem psychologischen Trick verlängern wir unser Wochenende

Zeit ist dehnbar: Manchmal rennt sie uns förmlich davon, ein anderes Mal zieht sie sich wie Kaugummi. Wie lassen sich schöne Momente festhalten - zum Beispiel die freie Zeit am Wochenende? Ein Neurowissenschaftler verrät dafür einen einfachen Trick. 

Endlich Wochenende, endlich Freizeit!

Endlich Wochenende, endlich Freizeit!

Es ist Freitag, das steht vor der Tür. Hochstimmung in Büros weltweit. Pläne für Samstagabend werden geschmiedet. Der Picknickkorb für den Ausflug am See gepackt. Zwei Tage später folgt die Ernüchterung: Montagmorgen. Die Arbeit ruft. Wo ist die Zeit nur geblieben? Und warum verfliegt das Wochenende sprichwörtlich wie im Flug?

Die überraschende Antwort lautet: Jeder von uns hat selbst in der Hand, wie lange das Wochenende dauert. Zwar lässt sich die formale Zeit natürlich nicht verlängern - ein Wochenende hat nun einmal nur 48 Stunden - doch wie lange uns diese Zeit erscheint, lässt sich bis zu einem gewissen Grad manipulieren.

Der Neurowissenschaftler David Eagleman arbeitet an der Stanford University und ist Experte auf dem Gebiet der Zeitwahrnehmung. Er hat mit dem "New York Magazine" gesprochen und einen einfachen Trick verraten, der das Wochenende künstlich in die Länge streckt. Der Schlüssel liegt demnach darin, wie neu uns unsere Aktivitäten erscheinen - also ob die Orte, die wir aufsuchen, oder die Dinge, die wir unternehmen, neu oder bereits vertraut sind.


"Wenn man etwas unternimmt und dabei etwas Neues erfährt, erscheint es so, als ob die Zeit langsamer verstreicht", so Eagleman. Das Gehirn muss die ungewohnten Eindrücke zunächst verarbeiten und als Erinnerung abspeichern. Das sei auch einer der Gründe, weshalb Erwachsene oft das Gefühl haben, die Zeit verrinne wie im Flug - anders als Kinder. "Einem Kind erscheint alles neu und es speichert alles als neue Erinnerung ab. Wer als Kind am Ende der Sommerschulferien zurückblickt, glaubt, die Zeit habe eine Ewigkeit gedauert - man erinnert sich an dies und jenes", erklärt der Wissenschaftler. "Aber wenn man älter wird, hat man viele Dinge bereits erlebt."

Zeitwahrnehmung: Unser Kopf spielt uns Streiche

Auf das Wochenende bezogen, bedeutet das: rausgehen, neue Dinge erleben. Ein Campingausflug an die Küste erscheint in der Erinnerung länger und erfüllender als ein Gammelwochenende in den eigenen vier Wänden. Ein spontaner Ausflug in den Hochseilgarten setzt sich eher im Gedächtnis fest als einen Film zu schauen, der zum x-ten mal als Wiederholung im Fernsehen läuft.


Einen kleinen Haken hat die Sache aber dann doch: Der Trick funktioniert leider nur im Nachhinein - sprich in der Erinnerung am Montagmorgen. Wenn wir uns amüsieren und Spaß haben - also in der Situation selbst - scheint die Zeit im Eiltempo zu verrinnen. Anders ist es, wenn wir uns langweilen: Dann wirkt es so, als ob sich der Zeiger auf der Uhr kaum bewegt. Jede Minute streckt sich gefühlt zu einer halben Ewigkeit. 

Was wir daraus lernen: Vielleicht ist die gefühlte Zeit gar nicht der entscheidende Faktor. Vielmehr als um die Quantität sollte es uns um die Qualität unserer Freizeit gehen. Und was spricht schon dagegen, sich mit einem spannenden Roman für ein, zwei Stunden auf dem Sofa zu verkrümeln. Eben, nichts.

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Kärlinger Haus mit Funtensee

Das große Finale einer Bergtour
Bitte an diese Reihenfolge halten, wenn Sie nach Ihrer Bergtour am Kärlinger Haus im Nationalpark Berchtesgaden ankommen: Erst mal den Weg an der Hütte vorbei runter zum Funtensee gehen (sind nur 50 Meter), reinspringen; schreien, weil es so kalt ist; den Gästen zurückwinken, die nun erstaunt auf Sie schauen; danach wieder die paar Schritte hoch zur Hüttenterrasse; Wirtshund Idefix begrüßen; Radler bestellen; danach Kaiserschmarrn; ausdampfen und dabei Berge schauen. Ein besseres Finale für eine Bergtour gibt es nicht. Die Hütte ist kein Sternhotel, aber das will hier ja auch niemand. Es geht genau um drei Dinge: die Aussicht, den See und die netten Wanderer. Alles unschlagbar. 

Infos: www.kaerlingerhaus.de


ikr

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