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PUBERTÄT: Gehirn macht Teenager asozial

An den wechselnden Launen pubertierender Teenager ist US-Forschern zufolge auch der Umbau von Nervenverbindungen im Gehirn Schuld. Ungefähr ab dem elften Lebensjahr büßten Kinder ihr soziales Gespür geradezu »im Sturzflug« ein.

An den wechselnden Launen und Gemütslagen pubertierender Teenager ist US-Forschern zufolge auch der Umbau von Nervenverbindungen im Gehirn Schuld. Ungefähr ab dem elften Lebensjahr büßten Kinder ihr soziales Gespür geradezu »im Sturzflug« ein, berichtet das britische Magazin »New Scientist« über eine Studie von Neurologen um Robert McGivern von der San Diego State University (US-Staat Kalifornien). Eine Ursache dafür sei die in diesem Alter einsetzende Neustrukturierung des Gehirns, bei der vor allem im Stirnhirn etliche neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen geknüpft werden.

Gereizt und launisch

Dabei verlören die Pubertierenden viel von ihrer Fähigkeit, die Gefühle anderer Menschen und soziale Szenarien einzuschätzen, erklärt McGivern. Die daraus resultierende Unsicherheit und Verwirrung in emotionalen Situationen sei ein Grund dafür, dass Teenager gereizt und launisch reagierten und das Leben häufig als »unfair« empfänden. Erst mit rund 18 Jahren erreiche das soziale Gespür wieder sein ursprüngliches Niveau, schreiben McGivern und Kollegen in ihrer im Fachjournal »Brain and Cognition« veröffentlichten Studie.

Umbau des Stirnhirns

Die Hirnforscher hatten fast 300 Zehn- bis 22-Jährigen Porträts von Menschen gezeigt, deren Gesichtsausdruck beurteilt werden sollte. Kinder und Jugendliche in der Pubertät benötigten viel länger für ihre Einschätzung und machten häufiger Fehler. Der Umbau des Stirnhirns, in dem unter anderem moralische Erwägungen und impulsives Verhalten kontrolliert würden, sei aber nur eine der Ursachen typischen Teenager-Verhaltens, betont McGivern. Auch der Prozess der Abgrenzung von den Eltern spiele hierbei eine wichtige Rolle.

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