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Cyanobakterien Verdorbener Badespaß: Satellitenbilder zeigen Blaualgenteppiche vor den Stränden der Ostsee

Blaualgen MV
Ein Hinweisschild verbietet am Bodden bei Wampen das Baden, weil sich dort Blaualgen gebildet haben. Der Ausschnitt zeigt ein Satellitenbild der Ostsee, auf dem der Algenteppich gut zu erkennen ist. 
© SMHI / Picture Alliance
Eine Blaualgen-Blüte könnte auch in den kommenden warmen Tagen das Baden in der Ostsee unterbinden. Die Cyanobakterien können eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier darstellen.

Satellitenaufnahmen zeigen große Algenvorkommen vor den Küsten Dänemarks und Mecklenburg-Vorpommerns, wie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow am Mittwoch mitteilte. Auch in den Boddengewässern Rügens und im Stettiner Haff sind demnach Algenteppiche zu erkennen. 

Im untenstehenden Slider sind zwei Aufnahmen aus den vergangenen Tagen zu sehen: Das linke Bild datiert vom 7. August, das rechte stammt vom Mittwoch, 12. August. Trotz Kondensstreifen und Wolken sind die Blaualgen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns als hellgrüne Schlieren zu erkennen: 

Hinweis: Wird die Grafik nicht oder nicht korrekt dargestellt, klicken Sie bitte hier. 

Blaualgen können gefährlich für Immungeschwächte sein

Es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Blaualgen-Gruppen, die beim Verschlucken zu Vergiftungen und beim Baden zu Schleimhaut- und Hautreizungen führen können. Wer immungeschwächt ist oder offene Wunden hat, solle nicht baden gehen, hieß es vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock. Auch für Haustiere sind die Algen nicht ungefährlich: Am Bodden bei Wampen sind nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald schon drei Hunde nach dem Baden verendet. 

Blaualgen, die eigentlich keine Algen, sondern Cyanobakterien sind, vermehren sich bei Wassertemperaturen ab 18 Grad und hoher Sonneneinstrahlung massenhaft. Bei ruhiger Wetterlage können sie sich an der Wasseroberfläche anreichern und bei auflandigem Wind an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns getrieben werden. 

Ein weiterer Grund für die Massenvermehrung sind die Nährstoffe, die vom Land ins Meer gelangen. Der Sauerstoffmangel in großen Gebieten der zentralen Ostsee verstärkt diesen Prozess noch, wie das Landesamt erläuterte.  

Im Video: Quallen – manche Menschen finden sie eklig, andere faszinierend. Die Nesseltiere sollen dieses Jahr besonders häufig und besonders früh an der Ostsee vorkommen. Grund ist der Salzgehalt im Meer.

rös DPA

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