Prävention Gesunder Schlaf stärkt die Krebsabwehr


Eine angemessene Menge Schlaf jede Nacht ist nicht nur gut für die Schönheit, sondern auch für die Gesundheit. Im Schlaf produziert der Körper Hormone, die Tumore bekämpfen

Schlaf macht nicht nur schön, wie der Volksmund sagt. Nach Erkenntnis von US-Forschern ist er auch ein wirkungsvolles Mittel gegen Krebs. David Spiegel und Kollegen von der Stanford- Universität in Palo Alto (Kalifornien) beschreiben in "Brain, Behavior, and Immunity", wie Schlaf Krebspatienten bei der Bekämpfung von Tumoren helfen kann.

Generell "beeinflussen psychosoziale Faktoren das Verhalten eines Menschen", schreibt das Team. Schlaf bewirke aber noch weitaus mehr. Er steuere die hormonelle Balance im Körper. Der als "zirkadianische Rhythmus" bekannte Zyklus von Schlaf und Wachsein greift laut Spiegel und Kollegen vor allem über zwei Hormone, Melatonin und Cortisol, in die Abläufe ein.

Melatonin wird während des Schlafs vom Gehirn produziert. Es gehört zu den so genannten Antioxidationsstoffen im Körper. Wie ein Schwamm saugt es jene gesundheitsschädlichen Moleküle auf, die als freie Radikale bekannt sind. Auf diese Weise macht es sie unschädlich. Freie Radikale attackieren das Erbgut DNA in den Körperzellen und können krebsfördernde Mutationen hervorrufen.

Zu viel Östrogen ist schädlich

Melatonin bremst darüber hinaus die Produktion des Hormons Östrogen in den Eierstöcken. Es gibt Hinweise darauf, dass Östrogen unter bestimmten Umständen Krebs fördern könnte. Bei Frauen, die in der Nacht arbeiten, sei die Melatoninproduktion im Gehirn beeinträchtigt, erläutern die Forscher. Ohne Melatonin-Bremse könnten die Eierstöcke ungehindert Östrogen ausschütten und vor allem jene Frauen gefährden, die bereits an Brust- oder Eierstockkrebs leiden.

Die zweite Verbindung zwischen Krebs und Schlafmangel sieht das Forscherteam im Cortisol. Dieses Hormon reguliere die körpereigenen Abwehrkräfte, vor allem die Aktivität Krebs bekämpfender Immunzellen. Diese sind als "natürliche Killerzellen" bekannt. Cortisol wird vor allem am frühen Morgen ausgeschüttet. Seine Produktion nimmt im Verlauf des Tages nach und nach ab. Eine Störung dieses Ablaufs beraube den Körper seiner Fähigkeit, sich gegen Tumorzellen zu wehren, schreibt das Team. Spiegel selbst hatte in einer früheren Studie entdeckt, dass Brustkrebs-Patientinnen eher starben, wenn ihr Cortisol-Zyklus gestört war und statt am frühen Morgen erst am Nachmittag auf Hochtouren lief.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker