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Irrtum im Krankenhaus: Schwangere Frau isst Mohnbagel - dann schlägt der Drogentest an

Eine Frau kommt mit Wehen ins Krankenhaus. Dort fällt den Ärzten auf: Die werdende Mutter hat Opium im Urin. Der Übeltäter? Ein Mohnbagel.

Mohnbagel

Ein Mohnbagel führte zu Verwirrung im Krankenhaus

Getty Images

An jenem Morgen Anfang April wusste Elizabeth Eden noch nicht, dass sie wenige Stunden später Mutter sein würde. Die Schwangere aß einen Mohnbagel zum Frühstück - und dachte sich nichts dabei. Dann machte sich ihre kleine Tochter auf den Weg. Und die Frau aus dem US-Bundesstaat Maryland fuhr ins Krankenhaus. 

Wie Eden dem Radiosender "WBAL" berichtet, saß sie in einem Bett, als plötzlich ein Arzt in das Zimmer kam. "Sie sind positiv auf Opiate getestet worden", sagte er. Für die werdende Mutter sei das eine "traumatisierende" Situation gewesen. Sie habe zu dem Zeitpunkt bereits in den Wehen gelegen.

In ihrer Verzweiflung erinnerte sich Eden an eine Information, die sie vor einiger Zeit gehört hatte: Dass das Verzehren von Mohnsamen zu einem positiven Drogentestergebnis führen kann. Sie wies die Ärzte darauf hin, dass sie einen Mohnbagel zum Frühstück gegessen hatte. Und bat sie, einen zweiten Test durchzuführen. Doch die Ärzte hätten sich geweigert. Stattdessen hätten sie die Behörden über das positive Testergebnis informiert.

Opium im Mohn

Tatsächlich enthalten Mohnsamen geringe Mengen sogenannter Opiumalkaloide. Dazu zählen Morphin und Codein. Woher kommen diese Stoffe? 

Die schwarzen Samen stammen vom sogenannten Schlafmohn ab. Aus dessen Milchsaft werden Opiumalkaloide für medizinische Zwecke gewonnen. In den Mohnsamen selbst stecken allerdings nur sehr geringe Mengen dieser pharmakologisch aktiven Substanzen. Ein Rausch ist davon nicht zu erwarten. Sensible Drogentests schlagen allerdings bereits auf winzige Mengen Opium an. Dann kann es sein, dass der Verdacht im Raum steht, der Patient habe Drogen konsumiert - obwohl er nur Mohn gegessen hat. 

Für Elizabeth Eden hatte das Mohnbagel-Frühstück negative Folgen: Ihre kleine Tochter Beatrice musste zur Überwachung fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Außerdem bekam die Mutter einen Sozialarbeiter zur Seite gestellt. Der gab allerdings schon nach kurzer Zeit grünes Licht: Die junge Mutter war keineswegs drogensüchtig. Sondern hatte an jenem Morgen tatsächlich nur eine schlechte Entscheidung beim Frühstück getroffen.

ikr
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