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Spermien: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Gesunde Samenzellen können mit Hilfe eines Chips von defekten Spermien getrennt werden. Künstliche Befruchtung könnte so verbessert werden.

Gesunde Samenzellen können mit Hilfe eines Chips von defekten Spermien getrennt werden. Diese neue Technik zur Verbesserung der künstlichen Befruchtung haben amerikanische Wissenschaftler der Universität von Michigan entwickelt. Die Forschergruppe um Gary Smith hofft, dass in Zukunft mit dem Chip Paaren mit Kinderwunsch besser geholfen werden kann. Bislang muss mit einer Zentrifuge die Samenflüssigkeit von den Samen getrennt werden. Erst dann wird eine Befruchtung im Reagenzglas vorgenommen. Bei dieser konventionellen Methode können die Spermien nach Angaben der Experten jedoch beschädigt werden.

Mit dem briefmarkengroßen Silikon-Chip lassen sich dagegen die gesunden Spermien ohne mögliche Beschädigungen aussortieren, wie das Magazin "Nature" berichtet. Bei der Technik werde die Samenflüssigkeit in einem winzigen Kanal im Chip eingeleitet. An einer anderen Stelle des Chips werde Salzwasser in einen zweiten Kanal eingeführt, das dann mit der Samenflüssigkeit zusammen treffe. Die gesunden Samenzellen schwimmen dem Bericht zufolge in den Salzwasserkanal. Die defekten und bewegungsgestörten Samenzellen würden dagegen im Hauptkanal des Chips weggespült.

Auf diese Weise kann den Angaben zufolge eine menschliche Samenprobe, die zunächst nur zu 45 Prozent gesunde Spermien aufweist, nach dem Vorgang auf 98 Prozent befruchtungsfähige Samen gebracht werden. Die Forscher wollen nun zeigen, dass die mit dem Chip aussortierten Samenzellen tatsächlich effektiver befruchten können.

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