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VINYLPLATTEN: Die Rille bringt's

Vinylplatten, von CD und Musik aus dem Internet fast schon erledigt, erleben ein Comeback. Fans schwören bis heute auf ihren »echten« Klang. Die Verkaufszahlen steigen an.

Auf dem königsblauen Teppichboden stehen, liegen und lehnen Dutzende von Bildern - Gemälde, Collagen, Prints. Dazwischen verstreut skurrile Figürchen, Tuben, Töpfchen, Ponal-Kleber und ein Metermaß. In diesem Meer von Maler-Material, am Rande des Wohnzimmers, ankert eine flache Insel: ein Plattenspieler. Die Wohnung von Hans-Ulrich Wagner ist Atelier und Musikzimmer zugleich. Mit Blick auf die Dächer von Stuttgart frönt der Maler seiner Leidenschaft für Klassik, Jazz und Club, oft während der täglichen Mal-Arbeit: »Es gibt kaum einen Beruf, in dem man so ungehemmt Musik hören kann.« So sechs bis sieben Stunden täglich sind locker drin - und alle Klänge kommen von Platten.

Die Absatzzahlen steigen wieder

Ein schrulliger Künstler oder ein Trendsetter - wer außer Wagner hört denn heute noch Vinyl? Viele. Und es werden sogar wieder mehr: Seit 1998 steigen die Absatzzahlen für LPs, Vinyl-Maxis und -Singles in Deutschland wieder deutlich an - bis auf zuletzt rund 2,3 Millionen Exemplare. Das ist zwar nur etwa ein Prozent des gesamten Tonträgermarktes von rund 244 Millionen Stück, bedeutet aber seit 1995 nahezu eine Verdopplung. Während der CD-Absatz von Alben deutlich zurückging, konnte sich erstaunlicherweise auch die gute alte Musikcassette dank Volksmusik und Kinderliedchen mit 21 Millionen Exemplaren prima behaupten.

»Natürlich und lebendig«

»Schallplatten klingen einfach schön, natürlich und lebendig«, schwärmt Hans-Ulrich Wagner. Keine künstlich aufbereitete Lautmalerei - auch viele Profis bestätigen die These vom »besseren« Klang der Platte. »Sie bietet einen Hörgenuss«, sagt etwa Dusan Klimo, Vorstand der Analogue Audio Association in Reutlingen, »bei dem die anderen Tonträger einfach nicht mithalten können.«

Und gelegentlich nicht mal das Original. Wagner: »Ich nehme ab und zu Leute mit in ein Konzert. Die wundern sich dann manchmal, wie schlapp Streicher in echt klingen.« Den eher weichen Klang schreiben viele der Schallplatte zu.

Doch die Passion für die Platte hat auch noch andere Gründe. Wagner kniet vor einem Stapel fein hintereinander gereihter LPs. Zielstrebig blättert er die Cover durch, nimmt eine Platte zur Begutachtung hoch, zieht geübt mit einer Hand die weiße Inlethülle raus, um daraus die schwarze Scheibe gleiten zu lassen. Vorsichtig, fast zart legt er das gute Stück auf den Plattenteller seines raren »Pink Triangle«-Spielers, fasst mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig den Tonarm vorn an seinem Minihenkel und führt ihn über die rotierende Scheibe. Das ist der Stoff, aus dem die Vinylträume sind: dieses sachte Absenken der Nadel, das gleichmäßige Drehen der Platte, das Zelebrieren des Musikhörens.

LPs bieten auch mehr fürs Auge

Mamma Mia - steht uns neben dem Siebziger-Jahre-Revival auch eine Renaissance der knisternden Schallplatte ins Haus? »Nicht nur die High-End-Klassik- und Jazz-Freaks, sondern zunehmend auch Fans von Dance und Rock kaufen Platten«, sagt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. Die Tendenz steige weiter an, prognostiziert er. Schließlich locke auch das im Vergleich zur CD riesige, oft attraktiv gestaltete LP-Cover.

450 Kilo Platten

Im Wohnatelier schwillt die Lautstärke an. Wagner hört Wagner: »Das ist Siegfried, wie er gerade stirbt«, kommentiert der Künstler eines seiner Lieblingsgenres. »Opern - Mozart, Wagner«, aber auch schon mal Clubmusik von Kruder & Dorfmeister oder Hard Bop hört er gern. Und laut. Vom Jazz-Label Blue Note nennt er alle Nummern der ersten Nachpressung von 1501 bis 1599 sein Eigen. Die Scheiben, die er gerade besonders gern hört, platziert er neben der Anlage. Wie viele Platten er besitzt, weiß er nicht: 450 Kilogramm haben sie jedenfalls beim letzten Umzug gewogen.

»Da ist mehr Live-Atmo«

Helmut Unterholzer aus Bischberg bei Bamberg hat bei seiner Sammlung nachgezählt: Rund 1.000 Schallplatten sind es. Die Vinyl-Leidenschaft des Anlageberaters begann vor rund 30 Jahren: Das rote und das blaue Doppelalbum der Beatles waren seine ersten LP-Lieben. Heute rotiert im rustikalen Wohnzimmer des 44-jährigen Familienvaters ein Transrotor-Plattenspieler, ein deutsches High-End-Fabrikat mit englischem Top-Tonabnehmer. Die Kinder lassen natürlich die Finger davon. Neben Folk steht Jazz auf der persönlichen Hitliste. Warum aber Vinyl? »Da ist mehr Live-Atmo; Gitarre oder Schlagzeug klingen von der LP genauso wie im Konzert.« Offenbar keine Einbildung: »Es ist möglich, bei Platten einen recht linearen Frequenzgang bis über 40.000 Hertz zu erreichen - die CD kommt auf 20.000, und dann ist Schluss«, weiß Dalibor Beric von der HiFi-Zeitschrift »Stereoplay«.

Pfeifenraucher Unterholzer macht es sich gern spätabends noch auf seinem Kuschelhocker gemütlich. Während Frau Sabine und die beiden Kinder Kirsten und Matthias schon träumen, stülpt der bärtige Banker seinen Kopfhörer über und genießt »Hotel California« von den Eagles oder eine Platte von Ry Cooder. Am Wochenende sind durchaus drei Stunden am Stück drin. Bei Neuerscheinungen von Alben würde er die LP der CD vorziehen. Kein Problem: Das neue Album der Rolling Stones mit 40 Stücken etwa gibt es auch als Vierfach-LP.

Kein Zweifel: Aus der letzten Rille pfeift die Schallplatte ganz und gar nicht. Wohlklang-Experte Dusan Klimo sieht in ihr auch im Zeitalter von MP3 und selbst gebrannten CDs einen »Evergreen ersten Ranges«.

Nur nicht voreilig verschenken

Warum also nicht die alte LP-Sammlung vom Dachboden holen und den Plattenspieler entstauben? Wer sich lieber von seinen Scheiben trennen möchte, sollte sie nicht etwa voreilig verschenken. Die eine oder andere Rarität ist bestimmt darunter. Und dafür zahlen Fans gutes Geld, das sich ja auch in CDs anlegen lässt.

Für Vinyl-Fans aber ist und bleibt die Musikwelt eine Scheibe - eine schwarze, nicht eine silberne.

Claus Dick

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»Wenn Scheiben Schätze werden - Tipps zum Plattenverkauf«

Wenn Scheiben Schätze werden

Tipps zum Plattenverkauf vom Chefredakteur des Sammler-Magazins »Oldie-Markt« Martin Reichold vom »Oldie-Markt«

- Auktionshäuser im Internet sind ideal, um alte LPs, Singles oder Maxis zu verkaufen. Eine andere Möglichkeit sind lokale Schallplattenbörsen und Flohmärkte und natürlich der Oldie-Markt (www.oldiemarkt.com).

- Das Durchforsten der eigenen, alten Platten lohnt sich immer. Denn oft ist gerade eine LP, die man damals nicht so toll fand, heute eine echte Rarität. Der beste Preis-Leitfaden ist der »Rock- und Pop-LP-Preiskatalog 2003«.

- Der Zustand der Platte spielt natürlich eine erhebliche Rolle in Bezug auf ihren Wert. Eine neuwertige, sprich »Mint«-Platte, bringt deutlich mehr als eine nur »sehr gut« oder »gut« erhaltene Scheibe. Gerade bei ohnehin schon wertvollen Stücken kann sich der Wert im »Mint«-Bereich potenzieren.

- Besonders gesucht sind in Deutschland und Mitteleuropa derzeit Beat, Progressive Rock, Glamrock und Punk, wobei die ersten beiden Gebiete sicher die teuersten sind.

- Ein typische Rarität wie das so genannte Butcher-Cover der Beatles (der US-Sampler »Yesterday And Today« von 1966, auf dessen Hülle die Beatles mit Fleischstücken und zerhackten Baby-Puppen zu sehen sind) ist nicht unter 1.000 Euro zu bekommen. Auch frühe Genesis-Singles (»The Knife«) gehen nicht unter 300 Euro weg. Von jeder Top-Gruppe gibt es solche Raritäten.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(