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Stiftung Warentest: Diesen Waagen können Sie trauen

Waagen können schon lange mehr, als nur das Gewicht bestimmen: Sie sprechen und messen den Körperfettanteil. Doch wie zuverlässig sind sie? Stiftung Warentest hat 19 Geräte überprüft.

Abspecken ist ein beliebter Vorsatz für das neue Jahr, aber welche Waagen zeigen das Gewicht zuverlässig an?

Abspecken ist ein beliebter Vorsatz für das neue Jahr, aber welche Waagen zeigen das Gewicht zuverlässig an?

Gerade nach dem guten Essen der Feiertage nehmen sich viele vor, im neuen Jahr abzuspecken. Da ist es ärgerlich, wenn die Waage beim kritischen Blick auf das Display falsche Werte anzeigt. Stiftung Warentest hat insgesamt 19 Personenwaagen getestet und die Messgenauigkeit überprüft. Um dabei ein zuverlässiges Ergebnis für den Alltagsgebrauch zu erhalten, wurde jede Waage insgesamt 3500 Mal belastet. Auch Kippsicherheit und Handhabung haben die Tester in ihre Wertung mit einfließen lassen.

Körperfettmessung unzuverlässig

Fast alle modernen Digitalwaagen bestimmen das Gewicht auf 100 Gramm genau. In der Handhabung erreichte ein Großteil der getesteten Waagen ebenfalls ein "Gut". Auch in der Dauerprüfung ändert sich bei fast keiner Waage die Messgenauigkeit. Die einzige Ausnahme bildet die mechanische "MS 50" der Firma Beurer. Drei Waagen der Marke fielen im Test schon nach kurzer Zeit aus, weil der Zeiger nach ruckartigem Absteigen feststeckte und sich nicht mehr lösen ließ. Als einziges Produkt wird die "MS 50" daher mit "mangelhaft" bewertet und ist der Testverlierer.

Der größte Kritikpunkt im Test ist die Körperfettmessung, die viele Waagen anbieten. Hier stellten die Tester bei ein und derselben Person große Unterschiede zwischen den Werten der verschiedenen Geräte fest. So kam eine Waage auf einen Körperfettanteil von 17 Prozent, während eine andere ganze 35 Prozent errechnete. Auch im Vergleich mit den Messwerten einer medizinischen Körperfettanalyse kam es im Schnitt zu Abweichungen von 14 bis 23 Prozent. Den Grund dafür sehen die Tester in der Messmethode: Zur Bestimmung des Fettanteils fließt ein schwacher Strom durch den Körper. Die Waage misst, wie gut dieser durch den Körper geleitet werden kann und errechnet daraus den Fettanteil. Das ist möglich, da Wasser ein guter Leiter ist, und Fettgewebe deutlich weniger Wasser enthält als Muskeln. Bei den getesteten Waagen fließt der Strom jedoch nur über zwei Fußelektroden durch die Beine. Fettgewebe oberhalb des Bauchnabels, etwa der ungeliebte Bauchspeck, wird nicht in die Messung einbezogen. Bei medizinischen Messungen sind daher auch an den Armen Elektroden angebracht, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten.

Untergrund beeinflusst die Messung

Aufgrund der ungenauen Werte verzichtet der Testsieger, die "Tilda" von ADE, gleich ganz auf die Bestimmung des Körperfettanteils. Für einen Preis von rund 30 Euro bietet die Waage aber eine sehr gute Messgenauigkeit bei der Bestimmung des Gewichts. Außerdem kann das Display vom Gerät abgenommen und zum leichteren Ablesen auf Augenhöhe angebracht werden. Wie bei allen digitalen Waagen sollte man auch bei der "Tilda" darauf achten, das Gerät auf einen festen ebenen Untergrund zu stellen. Auf einem dicken Teppich etwa, zeigte eine der Waagen im Test bis zu 32 Kilogramm zu wenig an.

Generell gilt: Vor dem Kauf genau vergleichen. Denn teuer ist nicht immer gut. Während der Testsieger mit rund 30 Euro preislich im Mittelfeld liegt, schaffte es die mit 150 Euro teuerste Waage, die "Supra 719" von Seca lediglich auf Platz 14. Ebenfalls "gut" schnitten im Test die mechanische Waage "Clinica" von ADE (93 Euro), die Beurer "BG 13" (34 Euro) und die "ISA" von Medisana (40 Euro) ab.

Den gesamten Test können Sie hier gegen eine Gebühr nachlesen.

db
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