Vogelgrippe Steinmarder mit H5N1 infiziert


Auf der Insel Rügen ist bei einer weiteren Säugetierart der gefährliche Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen worden: bei einem Steinmarder. Es ist der weltweit erste bekannte Fall bei einem Mardertier.

Bei einem in Schaprode gefundenen Steinmarder ist eine Infektion mit dem H5N1-Erreger festgestellt worden. Das teilte das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit am Donnerstag auf der Insel Riems mit. Das Tier sei am Donnerstag vergangener Woche mit klinischen Symptomen, aber noch lebend gefunden worden.

Der Steinmarder sei daraufhin gefangen und eingeschläfert worden. Untersuchungen hätten den Verdacht bestätigt. Der für den Menschen gefährliche Virus war bisher in Deutschland außer bei mehr als 170 Wildvögeln bei drei verendeten Katzen auf Rügen festgestellt worden.

"Bemerkenswerte" Ausweitung

Der Präsident des Instituts, Thomas Mettenleiter, nannte den Fund "bemerkenswert", da sich das Spektrum der von H5N1 infizierten Säugetierarten damit ausgeweitet habe. Bisher sei weltweit keine Infektion von Mardertieren mit dem Erreger beschrieben worden. "Obwohl mit diesem Fund eine weitere Säugetierart erstmals betroffen ist, ändert sich die grundsätzliche Einschätzung der Seuchensituation nicht", sagte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter.

Der Steinmarder stamme wie die drei infizierten Katzen aus dem Zentrum des Seuchengeschehens auf Rügen. Es sei daher davon auszugehen, dass es sich bei dem Virus um die hoch ansteckende Variante handele, an der in Asien seit 2003 mehr als 90 Menschen gestorben sind.

Reuters/DPA DPA Reuters

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