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VORBEUGUNG: Abspecken könnte Altersdiabetes oft verhindern

Fünf Prozent der Deutschen leiden am Typ 2 der Krankheit, auch sind immer mehr Jugendliche davon betroffen. Hauptgrund sind zu viele Pfunde auf den Rippen.

Zu viele Pfunde sind ein Hauptgrund für die Entwicklung des so genannten Altersdiabetes. »Zwei Drittel aller Fälle könnten vermieden werden, wenn es gelänge den Anstieg des Körpergewichts im Erwachsenenalter zu vermeiden«, sagte der Diabetologe Hans Hauner vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. Dabei gelte die Krankheit mittlerweile als Volksleiden. Etwa fünf Prozent aller Deutschen litten am so genannten Typ-2-Diabetes.

Schon Jugendliche erkranken an Diabetes

Die Bezeichnung »Altersdiabetes« ist laut Hauner jedoch unzutreffend, da immer mehr Menschen früher erkrankten, manchmal sogar schon als Jugendliche. Bewegungsmangel und falsche Ernährung zählten zu den vermeidbaren Risikofaktoren. Viele würden zu kalorienreiche, stark gesättigte Fettsäuren und zu wenig Ballaststoffe zu sich nehmen.

Es gibt kaum Präventionsmaßnahmen

Um effektive Vorbeugeprogramme ist es Hauner zufolge in Deutschland sehr schlecht bestellt. Das deutsche Gesundheitssystem schaffe es nicht, die notwendigen finanziellen Mittel für eine effektive Prävention aufzubringen. »Alle bisherigen Präventionsprogramme waren ausgesprochen enttäuschend«, sagt der Wissenschaftler. Erfolg versprechend seien Angebote an Hoch-Risiko-Personen wie beispielsweise Übergewichtige, deren Eltern oder Geschwister bereits an einem Typ-2-Diabetes erkrankt seien. Diese hätten eine 60- bis 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, selbst zuckerkrank zu werden.

Insgesamt ist jeder zehnte deutsche Erwachsene zuckerkrank, wie die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« unter Berufung auf eine bislang unveröffentlichten Studie des Diabetes-Forschungsinstituts berichtete. Mehr als neunzig Prozent der sechs Millionen Kranken leide an Typ-2-Diabetes. Zudem seien schätzungsweise zwei bis drei Millionen unbemerkt zuckerkrank, zitierte die Zeitung den Diabetologen Hauner.

Medikamente zögern die Krankheit hinaus

Eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten wie etwa Blutdrucksenkern, ACE-Hemmern und Anti-Cholesterin-Medikamenten (so genannten Statinen), könne nach neuesten Forschungserkenntnissen den Ausbruch der Krankheit hinauszögern, wenn auch nicht aufhalten. Die Arzneien könnten jedoch zu Komplikationen führen, wird Hauner zitiert. Die Krankenkassen geben dem Bericht zufolge zwischen fünf und zehn Prozent ihres Budgets für die Behandlung der Krankheit aus. 1998 habe sich die Summe auf 31 Milliarden Mark (15,8 Milliarden Euro) belaufen.

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