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Wechseljahre: Bluttest könnte Ende der fruchtbaren Zeit vorhersagen

Die Wechseljahre beginnen bei jeder Frau zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Mit einem Bluttest wollen iranische Forscher schon Jahrzehnte vor der Menopause vorhersagen können, wann bei einer Frau die fruchtbare Zeit endet. Das soll jungen Frauen bei der Familienplanung helfen.

Ein einfacher Bluttest könnte jungen Frauen bei der Familienplanung helfen

Ein einfacher Bluttest könnte jungen Frauen bei der Familienplanung helfen

Das Thema Familienplanung und Karriere könnte in Zukunft leichter werden. Ein einfacher Bluttest könnte es Frauen ermöglichen, das Ende ihrer fruchtbaren Jahre im Voraus zu bestimmen. Ein Forscherteam um die iranische Wissenschaftlerin Fahimeh Ramezani Tehrani stellte fest, dass die Konzentration des Anti- Müller-Hormons (AMH) im Blut bereits Jahre vorher Aufschluss darüber geben könne, wann genau bei Frauen die Menopause, also der Zeitpunkt der letzten Menstruation, eintritt. Das AMH steuert die Entwicklung von Follikeln in den Eierstöcken. Ihre Testergebnisse stellten die Forscher auf dem 26. Kongress der "European Society of Human Reproduction and Embryology" in Rom vor.

"Wir haben festgestellt, dass die AMH-Konzentration wesentlich mehr als das chronologische Alter den Beginn der Menopause bestimmt", erklärte Ramezani Tehrani. Mit diesen Informationen ließe sich dann auch der Zeitpunkt abschätzen, wann Frauen mit dem Ende ihrer fruchtbaren Zeit rechnen müssen. Im Durchschnitt haben Frauen ihre letzte Blutung, wenn sie 52 Jahre alt sind. Bei manchen ist dies aber auch schon ab dem 40. Lebensjahr der Fall.

Dass ein Zusammenhang zwischen dem Spiegel dieses Hormons und der Zahl reifungsfähiger Eizellen besteht, ist schon länger bekannt - wie genau dieser aussieht, allerdings nicht. Die Forscher untersuchten bei den bereits 1998 gestarteten Tests 266 Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. 63 davon erreichten im Studienzeitraum ihre Wechseljahre. Auf der Basis dieser Daten entwickelten die Wissenschaftler ein statistisches Modell, um ausgehend von einer Messung der AMH-Konzentration den Zeitpunkt abzuschätzen, zu dem die Menopause einsetzt. Die Differenz zwischen der Vorhersage und dem tatsächlichen Eintritt habe im Schnitt vier Monaten betragen. Allerdings lagen die Wissenschaftler mit ihrer Vorhersage durch die Blutanalyse in manchen Fällen auch drei bis vier Jahre daneben.

"Wir haben etwa schätzen können, dass eine Frau, die im Alter von 20 eine AMH-Konzentration von 2,8 Nanogramm pro Milliliter aufweist, mit 35 bis 38 Jahren in die Menopause kommen müsste", sagte Tehrani. Eine AMH-Konzentration von 4,1 Nanogramm pro Milliliter bei einer 20-Jährigen deute auf eine eher frühe Menopause im Alter unter 45 hin. Bei einer AMH-Konzentration von 4,5 Nanogramm pro Milliliter oder mehr sagen die Forscher dagegen einen späteren Beginn der Menopause mit ungefähr 52 voraus.

Wie die Wissenschaftler selbst anmerken, basiert die Studie allerdings auf einer sehr kleinen Teilnehmerzahl. In größeren Untersuchungen soll das Verfahren daher weiter getestet werden.

lea/DPA / DPA
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