Weltkrebstag Kinder stehen im Mittelpunkt


Jedes Jahr erkranken weltweit 160.000 Kinder an Krebs, 1800 sind es in Deutschland. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache bei Menschen im Alter bis zu 14 Jahren. Der diesjährige Weltkrebstag ist daher den Kindern gewidmet.

Angesichts der weltweiten Krebs-Erkrankungszahlen bei Kindern will die Union gegen Krebs (UICC) beim diesjährigen Weltkrebstag das Augenmerk auf Krebs bei Kindern und die Notwendigkeit zu Voruntersuchungen lenken. Tausende von Kindern könnten durch entsprechende Früherkennung gerettet werden, betonte die Organisation in Genf.

Hohe Heilungschancen bei Kindern

In Entwicklungsländern sterben UICC zufolge rund 60 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder. In Industrieländern sind es 25 Prozent. Eine rechtzeitige Früherkennung würde ermöglichen, eine große Zahl erkrankter Kinder zu heilen. Krebskranke Kinder haben eine doppelt so hohe Heilungschance wie erwachsene Krebspatienten, wenn ihre Krankheit früh erkannt wird. Durch die Fortschritte in der Kinderonkologie könnten heute drei von vier krebskranken Kindern in Deutschland geheilt werden, sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Prof. Dagmar Schipanski.

Die Zahl von 160.000 Erkrankungen sei angesichts der Verbreitung der Krankheit in Entwicklungsländern niedrig geschätzt, berichtete die UICC. In armen Ländern würden viele Fälle erst gar nicht erkannt. Bei Kindern in Europa, Amerika und Asien ist Leukämie mit einem Drittel aller Fälle die häufigste Krebsart.

Krebskranke Kinder in Entwicklungsländern haben das nachsehen

Die Schreckensbotschaft Krebs beim eigenen Kind erschüttere das Leben der ganzen Familie, sagte Schipanski. "Nicht nur die Diagnose selbst, sondern auch die lange Zeit der Behandlung mit Operationen, Strahlen- und Chemotherapie sind körperlich und seelisch extrem belastend."

Allerdings erhielten nur 20 Prozent der krebskranken Kinder in Entwicklungsländern die notwendige medizinische Versorgung, sagte Schipanski. "Wir müssen dafür sorgen, dass Krebserkrankungen auf der ganzen Welt geheilt werden können."

WHO stellt Krebsstrategie vor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit einem Aktionsprogramm acht Millionen Krebspatienten das Leben retten. Nach Angaben der UN-Organisation droht ohne wirksame Gegenmaßnahmen in den nächsten zehn Jahren weltweit 84 Millionen Menschen der Krebstod. Mehr als 70 Prozent aller Tumortodesfälle würden in ärmeren Staaten registriert.

Anlässlich des Weltkrebstags stellte die WHO in Genf ihre weltweite Krebsstrategie zur Verbesserung von Vorbeugung und Kontrolle vor. Aufklärung und bessere medizinische Versorgung sollen demnach Millionen Menschen retten. Allein 1,5 Millionen Menschen im Jahr sterben nach WHO-Schätzungen an den Folgen des Rauchens.

DPA


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