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Impfwunder Bhutan "Leuchtturm der Hoffnung": Wie ein kleines Königreich im Eiltempo seine Bevölkerung durchimpft

Menschen stehen in Bhutans Hauptstadt Thimpu in der Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen
Menschen stehen in Bhutans Hauptstadt Thimpu in der Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen
© Upasana Dahal / AFP
Innerhalb einer Woche hat das kleine Königreich Bhutan 90 Prozent der Erwachsenen durchimpfen lassen. Der Schlüssel zum Impf-Erfolg: Geschenkter Impfstoff und gute Organisation.

Von einer "Erfolgsgeschichte" und sogar einem "Leuchtturm der Hoffnung" für andere Länder spricht das UN-Kinderhilfswerk Unicef, als es Bhutan in den höchsten Tönen lobt. Das kleine Königreich im Himalaya hat binnen einer Woche rund 90 Prozent der Erwachsenen zum zweiten Mal gegen Corona impfen lassen. Das entspricht rund 62 Prozent der insgesamt etwa 770.000 Einwohner, wie die Regierung mitteilte.

Bhutan hatte im Juli Hunderttausende Dosen geschenkt bekommen hatte – darunter 500.000 Dosen Moderna von den USA und 250.000 Dosen Astrazeneca von Dänemark, wie Daten von Unicef zeigen. "Dies ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein für Bhutan oder Südasien, sondern für Entwicklungsländer generell", sagte eine Unicef-Sprecherin.

Bhutan als Wegweiser für die Region

Dabei ist Impfen in der abgelegenen Himalaya-Region eine besondere Herausforderung. Mitarbeiter des Gesundheitswesens mussten teilweise auf hohe Berge steigen, um als Nomaden lebenden Menschen zu erreichen.

Die zweite Impfkampagne, die am 20. Juli startete, erforderte deshalb monatelange Vorbereitungen: In entlegeneren Kliniken wurden Kühllager zur Verwahrung des Impfstoffs errichtet. Dieser wurde dann mithilfe eines Hubschraubers in die Bergdörfer geliefert.

Neben den rund 2400 Mitarbeitern des Gesundheitswesens halfen zudem mehr als 20.000 Freiwillige mit, indem sie von Tür zu Tür gingen, um über die Impfkampagne aufzuklären und halfen, die Impfstoffe entlang der Bergwanderwege zu verteilen.

Paradebeispiel für internationale Zusammenarbeit

Durch seine Abgeschiedenheit ist Bhutan bislang glimpflich durch die Pandemie gekommen. Knapp 2500 Infektionen und zwei Todesfälle wurden seit Beginn gemeldet. Damit hebt sich das Königreich stark von seinen südasiatischen Nachbarn wie Bangladesch und Indien ab, denen es bislang kaum gelingt, das Impftempo zu erhöhen und die massiven Ausbrüche der Delta-Variante in den Griff zu bekommen.

Den ersten Corona-Impfstoff hatte Bhutan von Indien geschenkt bekommen. Von Ende März bis Anfang April wurden damit mehr als 85 Prozent der Erwachsenen geimpft, wie das bhutanesische Gesundheitsministerium damals mitteilte. Durch die zweite internationale Spendenrunde im Juli ist das kleine Königreich praktisch vollständig durchgeimpft. Bhutan wird als Paradebeispiel dafür gelobt, dass Länder zusammenarbeiten, um überschüssige Impfstoffe dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

"Das erzählt die Geschichte von globaler Solidarität zu einer Zeit, in der dies im letzten Jahr nicht offensichtlich war", sagte Will Parks, Unicef-Vertreter in Bhutan. "Jetzt sehen wir, dass diese Solidarität, dieser Multilateralismus wieder aufkommt. Und das ist so wichtig in einer Zeit, in der die Welt in der Krise steckt."

Quellen: CNN, mit DPA

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