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Booksmart: Wenn zwei Streberinnen aufdrehen

Mit "Booksmart" liefert Schauspielerin Olivia Wilde ihr Regiedebüt ab. Herrlich ehrlich nimmt sich der Film zwei Highschool-Streberinnen an.

Beanie Feldstein (l.) alias Molly und Kaitlyn Dever alias Amy in "Booksmart"

Beanie Feldstein (l.) alias Molly und Kaitlyn Dever alias Amy in "Booksmart"

Schauspielerin Greta Gerwig (36) hat es 2018 mit "Lady Bird" vorgemacht. Ihr Regiedebüt über Teenager, die flügge werden, heimste gleich fünf Oscar-Nominierungen ein. Mit "Booksmart" kommt ab 14. November das Regiedebüt der Schauspielerin Olivia Wilde (35, "Dr. House") in die deutschen Kinos. Auch sie widmet sich Highschool-Absolventen. Der Film begeistert durch eine herrlich ehrliche Herangehensweise.

Eine Nacht soll alles verändern

Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) haben in der Highschool alles richtig gemacht. Mit Bestnoten blicken sie einer glänzenden Zukunft an Elite-Unis entgegen und herab auf die Loser ihrer Klasse. Doch am letzten Schultag stellt Molly voller Entsetzen fest, dass es auch ihre Mitschüler an die besten Unis geschafft haben - obwohl diese offenbar nur Party im Kopf hatten. Fest entschlossen, sich nichts entgehen zu lassen, überredet sie Amy, den Spaß der letzten Jahre nachzuholen. Eine epische Nacht des schlechten Benehmens steht ihnen bevor, an deren Ende eine besondere Lektion steht.

Zwei Streberinnen in Bestform

Eine weitere Sache hat "Booksmart" mit "Lady Bird" gemeinsam: Beanie Feldstein (26). Die kleine Schwester von Schauspieler Jonah Hill (35, "The Wolf of Wall Street") spielte in "Lady Bird" noch die beste Freundin von Hauptdarstellerin Saoirse Ronan (25) und steht in "Booksmart" nun selbst im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Co-Star Kaitlyn Dever (22) trumpft sie als Streberin auf, die in einer Nacht alles, worauf sie während der Schulzeit verzichtet hat - wie ausschweifende Partynächte und Liebesgeschichten - nachzuholen.

In dieser "Nacht der Nächte" geraten die beiden von einer peinlichen bzw. unangenehmen Situation in die nächste. Bei wem werden da Teenager-Erinnerungen wach? Feldstein und Dever nimmt man es von der ersten Sekunde des Films ab, dass sie seit Jahren die besten Freundinnen sind und gemeinsam durch dick und dünn gehen. Ein Riesenkrach darf nicht fehlen, bei dem sie sich eindrucksvoll die gemeinsten Sachen an den Kopf werfen. Wem kommt das nicht bekannt vor? Die engsten Freunde können einen eben am stärksten verletzen.

Neben Feldstein und Dever brilliert etwa Billie Lourd (27), die Tochter von "Star Wars"-Ikone Carrie Fisher (1956-2016), als extravagantes wie schräges Partygirl Gigi oder "Santa Clarita Diet"-Darsteller Skyler Gisondo (23) als vermeintlicher Schnösel Jared. Einige Figuren entpuppen sich jedoch als nicht das, was sie zu sein scheinen. Ein gelungener Schachzug. Wildes Lebensgefährte, Schauspieler Jason Sudeikis (44, "Kill the Boss"), tritt als Schulleiter mit seltsamen Neigungen auf. Und "Friends"-Fans können sich über ein kurzes Wiedersehen mit Lisa Kudrow (56) freuen.

Olivia Wilde verzichtet auf den typischen Kitsch aus klassischen amerikanischen Highschool-Filmen. Zwar gibt es die übliche, leicht skurrile Theater AG, aber die fügt sich nahtlos in den Plot ein und sorgt für einige Lacher. Wilde setzt auf durchaus realitätsnahe Szenarien und echte Emotionen - der ein oder andere Fremdschäm-Moment darf da nicht fehlen. Das große Happy End kommt zudem anders daher als gedacht.

Fazit

Olivia Wilde hat ein gelungenes Regiedebüt abgeliefert. Dank sympathischen Schauspielern und einem in sich stimmigen Plot ist "Booksmart" ein weiterer Film aus Hollywood, der die Tücken des Erwachsenwerdens herrlich unglamourös auf den Punkt bringt. Gerne mehr davon.

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