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"Das große Lesen": Fantasy ist die neue Religion

Der "Herr der Ringe" ist das beliebteste Buch der Deutschen. Das Fantasy-Universum von J.R.R. Tolkien übt damit eine größere Faszination auf die Leser als die Bibel.

Das Lieblingsbuch der Deutschen ist der Fantasy-Roman "Der Herr der Ringe" von John R. R. Tolkien. Das hat die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" ergeben, an der rund 250.000 Leser teilnahmen. Auf Platz zwei kam die Bibel, und Ken Folletts Historienroman "Die Säulen der Erde" folgt an dritter Stelle. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut sprach von einem "tollen Erfolg". Der Sender will jetzt jedes Jahr über die besten Bücher abstimmen lassen - mit veränderten Regeln.

Die von Johannes B. Kerner moderierte Sendung mit den Gästen Alice Schwarzer, Susanne Fröhlich, Ottfried Fischer und Hellmuth Karasek hatte laut ZDF 3,6 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 15,4 Prozent. Es sei die längste und wohl erfolgreichste Literatursendung des Fernsehens mindestens der vergangenen 20 Jahre gewesen, freute sich Bellut. Für die Bücherbranche sei es die größte Leser-Umfrage aller Zeiten.

Im kommenden Jahr wird nach Kategorien abgestimmt

Die Teilnehmer konnten sich an einer Vorschlagsliste orientieren, aber davon unabhängig das Lieblingsbuch frei wählen. Von den 250.000 waren zwei Drittel Frauen und nur ein Drittel Männer. Sachbücher fehlen unter den ersten 50 Titeln; die vor allem bei Männern beliebten Krimis sind völlig unterrepräsentiert. 2005 soll laut Bellut auch nach Kategorien wie deutsche Literatur, Sachbüchern und Krimis abgestimmt werden.

Dass sich viele junge Zuschauer an der Umfrage beteiligten - sie stimmten vor allem für "Der Herr der Ringe" -, freut das ZDF nach Belluts Worten ganz besonders.

AP / AP