HOME

Buchkritik "Ego. Das Spiel des Lebens": Durchmarsch der Ellenbogen

Nach Überalterung der Gesellschaft, Auflösung der Familie und ungenügendem Datenschutz hat Frank Schirrmacher einen neuen Feind ausgemacht: das außer Kontrolle geratene Ego.

Schon eine Woche bevor das Buch auf den Markt kommt, bricht der Sturm los. Namhafte Zeitgeist-Kommentatoren arbeiteten sich an Frank Schirrmachers neuestem Werk ab. "Ego. Das Spiel des Lebens" heißt es und erscheint am 18. Februar im Münchner Karl Blessing Verlag.

"Dieses Buch basiert auf einer einzigen These", schreibt der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Vorwort, "dass die Gedankenmodelle der Ökonomie praktisch alle anderen Sozialwissenschaften erobert haben". Die Folge: "Ein Weltbild, das hinter allem menschlichen Tun die unausweichliche Logik des Eigennutzes am Werk sieht, produziert Egoismus wie am Fließband."

Den Anfang nahm diese Entwicklung, so Schirrmacher, im Kalten Krieg. Damals war es überlebenswichtig, bestmöglich vorherzusagen, was der Gegner dachte und plante. Das gelang am besten, wenn man die komplizierte Psyche des Menschen ein bisschen vereinfachte. Die Strategen des Kalten Krieges gingen daher davon aus, dass jeder nur aus Eigennutz handelt. Akzeptiert man diese Prämisse, "konnte man sein Verhalten mathematisch bestimmen."

Nummer zwei lebt

Nach dem Fall der Mauer eroberte diese Logik die Wirtschaft. Börsen-Algorithmen und Auktionsplattformen basieren auf "einer Einfühlung ganz besonderer Art: Man musste sich in den Egoismus des anderen hineinversetzen, um seinen eigenen Egoismus besser ausspielen zu können." Seit von Physikern und Mathematikern erdachte Computerprogramme die Weltwirtschaft beherrschen, seit Menschen nicht mehr mit Menschen, sondern Maschinen mit Maschinen Geschäfte machen, ticke ein "Ego-Automat im Herzen unserer Systeme".

Danach verselbstständigte sich die Theorie: Sie beschrieb nicht mehr länger den Menschen als egoistisch, sondern produzierte egoistische Menschen. Der reale Mensch mit seinen Schwächen, seinem irrationalen Verhalten und moralischen Ansprüchen wurde zum Systemfehler. "Das ist die Botschaft: Wir brauchen Euch nicht", schreibt Schirrmacher, "weil wir die Chance haben, bessere Ego-Maschinen zu bauen als Ihr es je sein könnt."

Der Mensch, einst die Nummer eins, wurde ersetzt durch ein Wesen, das Schirrmacher "Nummer 2" nennt. Nummer 2 ist leichte Beute für Datenbanken, die gefräßig Informationen über Menschen sammeln und auswerten und damit ihr Verhalten, ihre Meinungen, ihre Wünsche vorhersagen können. Beispiele - wie Amazons "Kunden, die sich für diesen Artikel interessierten, kauften auch..." - finden sich wenig in Schirrmachers Buch. Der knapp 300 Seiten lange Haupttext ist ziemlich abstrakt und überwiegend theoretisch.

Neoliberalismus geköchelt in Frankensteins Labor

Schirrmacher zitiert viel und gründlich, gießt seine Schlüsse dann aber in eine feuilletonistische Sprache. Vom Froschschenkel-Experiment zur E-Mail, von der Dampfmaschine zum Euro-Rettungsschirm schafft er es innerhalb eines einzigen Satzes. Er lässt Monster aus Literatur und Film aufmarschieren.

Für den Herausgeber einer eher als konservativ wahrgenommenen Tageszeitung ist das Buch erstaunlich links. Den Neoliberalismus vergleicht Schirrmacher mit Frankensteins Labor, die Globalisierungs-Kritikerin Naomi Klein ("No logo") nennt er richtungsweisend. Eine kulturpessimistische Grundhaltung aber bleibt. Am Ende ist der Mensch nur eine Schachfigur, die Poker spielt. "Vielleicht ist es ganz einfach: nicht mitspielen."

Sandra Trauner, DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(