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Detering ist neuer Präsident: Generationenwechsel bei der Akademie für Sprache

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat sich neu aufgestellt. Nach neun Jahren gibt es einen deutlich jüngeren Präsidenten. Auch die drei Vizepräsidenten sind neu.

Einen Generationswechsel an der Spitze hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vollzogen. Der neue, deutlich jüngere Präsident Heinrich Detering kündigte an, die Akademie werde "den öffentlichen Sprachgebrauch kritisch reflektieren". Zudem müsse der Kontakt in andere Länder verbessert werden. "Wir müssen europäisch denken, nicht national." Der 51 Jahre alte Literaturwissenschaftler, Essayist und Lyriker wurde auf der Herbsttagung am Freitag bei der Mitgliederversammlung in Darmstadt gewählt. Die Akademie vergibt an diesem Samstag zum 60. Mal den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Detering war bisher einer der Vizepräsidenten. Er tritt die Nachfolge von Klaus Reichert an. Der 73-Jährige hatte sich nach neun Jahren nicht mehr zur Wahl gestellt. Detering ist Professor für neuere deutsche Literatur an der Georg-August-Universität Göttingen. Eine Amtszeit des Präsidiums dauert drei Jahre.

Es gibt auch drei neue Vizepräsidenten: Nike Wagner (Dramaturgin, Essayistin und Ur-Enkelin von Richard Wagner, Wien/Weimar), Aris Fioretos (Schriftsteller, Berlin/Stockholm) und Gustav Seibt (Historiker und Kritiker, Berlin), der vorher Beirat war. Gewählt wurden sechs Beiräte. Neu ist hier Peter Hamm (Schriftsteller und Kritiker, Tutzing), der vorher Vizepräsident war. Neu sind auch Navid Kermani (Schriftsteller und Orientalist, Köln), Michael Stolleis (Rechtshistoriker, Frankfurt/Main) sowie Jan Wagner (Lyriker, Berlin). Bestätigt wurden Joachim Kalka (Übersetzer, Stuttgart) und Per Øhrgaard (Literaturwissenschaftler und Übersetzer, Kopenhagen).

Das erweiterte Präsidium - Präsident, Vizepräsidenten und Beirat - ist zugleich die Jury unter anderem für den Georg-Büchner-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt in diesem Jahr der 68 Jahre alte Schriftsteller Friedrich Christian Delius.

DPA / DPA