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Deutscher Bücherpreis: Härtling, Mankell, Dörrie und McEwan geehrt

Der Autor Peter Härtling ist bei der Leipziger Buchmesse mit dem Deutschen Bücherpreis für sein Lebenswerk geehrt worden. Weitere Auszeichnungen erhielten Doris Dörrie, Ian McEwan und Henning Mankell.

Der Autor Peter Härtling ist am Donnerstag bei der Leipziger Buchmesse mit dem zum zweiten Mal vergebenen Deutschen Bücherpreis für sein Lebenswerk geehrt worden. Die Präsidentin des Goethe-Institutes Inter Nationes, Jutta Limbach, überreichte dem Schriftsteller die nach einer von Günter Grass entworfenen Plastik geschaffene Bronzeskulptur «Butt im Griff». Der «Bücher-Butt» 2003 wurde in insgesamt neun Kategorien verliehen.

Härtling wünscht "eine Zeit der Gespräche"

In seiner Dankesrede sagte Härtling launig: «Lebenswerk hört sich so an, als würde ein dicker Punkt gesetzt. Glauben Sie das bloß nicht! Ich mache weiter.» Im Moment der Freude gingen seine Gedanken wie die von vielen Geehrten an diesem Abend zum Irak-Krieg. «Wer spricht, spricht den anderen an, wer schweigt, schlägt den anderen ins Gesicht - das erleben wir gerade», sagte er. «Ich wünsche uns allen wieder eine Zeit der Gespräche.»

Dörrie: "Trauriger Tag"

In den Kategorien Internationale und Deutschsprachige Belletristik entschied sich die Jury für den Briten Ian McEwan («Abbitte») und seine deutsche Kollegin Doris Dörrie («Das blaue Kleid»). Der von Schauspieler Michael Degen gelobte McEwan bedankte sich via Liveschaltung aus London dafür, dass die deutschen Leser seinen Roman so begeistert aufgenommen hätten. Für Dörrie mischte sich in die Freude Nachdenklichkeit: «Es ist auch ein trauriger Tag, weil Krieg ist.»

Brandt-Biograf geehrt

Der Journalist Peter Merseburger wurde in der Kategorie Zeitgeschichte für seine Biografie von Willy Brandt ausgezeichnet. Die Ex-FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher lobte sein Buch als «fesselnd und für jedermann verständlich geschrieben». Die Dramaturgie folge Brandts Karriere, ohne sie zu verherrlichen oder zu beschönigen. «Vielleicht hätte er manchen Fehler in der Außenpolitik vermieden und die deutsche Stimme stärker zum Ausdruck gebracht», sagte Merseburger angesichts des Irak-Krieges über den Friedensnobelpreisträger Brandt.

Publikumspreis an Henning Mankell

Der Schwede Henning Mankell nahm den Publikumspreis für seinen Krimi «Die Rückkehr des Tanzlehrers» entgegen. «Das Wort des Lesers ist für einen Autor nicht zu ersetzen», bedankte er sich. «Aber heute ist eine Wolke am Himmel - ein Krieg, den ich nicht will und vermutlich die meisten nicht gewollt haben.»

Die Box-Brüder Vitali und Wladimir Klitschko aus der Ukraine erhielten den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Sachbuch für «Unser Fitness Buch».