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Frankfurter Buchmesse: Literatur als Brücke zwischen West und Ost

Gastregion der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wird die arabische Welt sein. Angestrebt ist Dialog zwischen den Kulturen mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens.

Eine Brücke zu bauen zwischen der westlichen und der östlichen Welt - das ist das Anliegen des diesjährigen Gastes der Frankfurter Buchmesse: Die arabische Welt präsentiert sich im Oktober auf der internationalen Bücherschau mit rund 200 Verlagen; etwa 50 Autoren werden ihre Werke persönlich vorstellen. Ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Lesungen, Theater- und Filmvorführungen sowie Ausstellungen vervollständigt das Angebot.

"Es ist ein Programm, das die arabische Welt in dieser Form niemals zuvor geboten hat", betonte der Direktor der Buchmesse, Volker Neumann. Die arabische Welt solle in ihrer ganzen Vielfalt dargestellt werden, sagte der Generaldirektor der Kulturorganisation der Arabischen Liga, Mongi Bousneina. Der Verband, dem 22 Staaten angehören, ist verantwortlich für das Programm des diesjährigen Buchmesse-Gastes. Dies betonte auch die Schriftstellerin Assia Djebar, die daran erinnerte, dass viele Schriftsteller aus dem arabischen Raum in Sprachen wie Englisch oder Französisch schrieben. Die Algerierin selbst, die im Jahr 2000 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, benutzt die französische Sprache.

Bekannte arabische Autoren

Djebar und der - ebenfalls in Frankfurt anwesende - ägyptische Autor Edwar al-Kharrat stünden für den Osten und den Westen (Maghreb) der arabischen Welt, sagte Bousneina. Die zwei zählen auch zu den in der Bundesrepublik bekanntesten arabischen Schriftstellern, die zur Buchmesse kommen werden. Erwartet werden außerdem unter anderem der Marokkaner Taher ben Jelloun ("Papa, was ist ein Fremder"), der in Deutschland lebende Syrer Rafik Schami und Ex-UN-Generalsekretär Butros Butros Ghali.

Engagement gegen Zensur

Die Präsentation auf der Buchmesse umfasse etwa 10.000 Titel, sagte der Präsident des Arabischen Verlegerverbandes, Ibrahim el Moallem. Es gehe darum, arabische Autoren in Deutschland bekannt zu machen. Daneben sollten auch Symposien zu Themen wie Verlegerfreiheit oder Übersetzungstätigkeit veranstaltet werden: Der Verlegerverband sei in seinem Engagement gegen Zensur in der arabischen Welt schon recht weit gekommen, aber der Kampf gehe weiter.

Gegenseitiges Kennenlernen gegen Vorurteile

Neumann erinnerte daran, dass es im Westen zahlreiche Vorurteile über die arabische Welt gebe. Umso wichtiger sei das gegenseitige Kennenlernen. "Neugierde, Offenheit und Entdeckergeist sind wichtige Antriebe für den Dialog zwischen den Kulturen", erklärte er, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es unterschiedliche Meinungen zwischen den beiden Kulturen über eine Vielzahl von Aspekten gebe.

Die Buchmesse findet in diesem Jahr vom 6. bis zum 10. Oktober statt. Gastland im vergangenen Jahr war Russland, im kommenden Jahr wird es Korea sein.

AP / AP / DPA