Katarischer Akademiker "Der Westen kümmert sich nicht um unsere Rechte, sondern nur um die Rechte von Homosexuellen und Frauen"

Nayef bin Nahar
Nayef bin Nahar leitet das Zentrum für Sozial- und Geisteswissenschaften an der Qatar University. Mit zwei Tweets zur Fußball-WM sorgte er in den vergangenen Tagen für Aufsehen
© Félice Gritti
Mit zwei Tweets hat der katarische Akademiker Nayef bin Nahar viele Menschen empört: Einmal ging es um ein Regenbogen-T-Shirt, einmal um die deutsche Nationalmannschaft. Ein Gespräch über seine Wut auf den Westen und die Frage, wie weit Freiheit gehen darf.

Er ist nicht da, dafür aber sein Laptop. Nayef bin Nahar musste noch mal weg, den Computer hat er auf dem Café-Tisch stehengelassen, mitten in der City Center Mall von Doha. Kriminalität scheint in Katar kein Problem zu sein.

Irgendwann kommt er doch noch: blütenweißer Thawb, schwarzglänzende Manschettenknöpfe, gepflegter Siebentagebart. Nahar ist 37 Jahre alt und leitet das Zentrum für Sozial- und Geisteswissenschaften an der Qatar University, er hält zwei Doktortitel und hat mehrere Bücher geschrieben. Gerade arbeitet er an einem über die Ideologie des "Islamischen Staats", er will die Argumente der islamistischen Fanatiker dekonstruieren, noch immer genieße die Terrorgruppe viel zu viel heimliche Sympathie in der Region.

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