Frankfurter Buchmesse Neue Höhenflüge im Literaturbetrieb

Die Veranstalter auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse erwarten eine Rekordbeteiligung von über 7000 Ausstellern. Gastland ist Korea, allerdings ist das kommunistische Nordkorea nicht vertreten.

100.000 neue Titel, 1000 Autoren aus aller Welt, 7209 Aussteller aus 101 Ländern - die Beteiligung an der Buchmesse ist so groß wie noch nie. Auch die Besucherzahl von 270.000 aus dem vergangenen Jahr soll wieder erreicht werden. Die Branche erhofft sich von der weltgrößten Bücherschau zusätzliche Umsatzimpulse. Bis einschließlich Freitag ist die Messe nur für Fachbesucher zugänglich. Am Wochenende hat auch das allgemeine Publikum Zutritt. Rund 1000 Veranstaltungen werden den Besuchern geboten.

Joschka Fischer zu Gast

Zu den prominenten Besuchern zählt Außenminister Joschka Fischer (Grüne), der am Nachmittag das Internationale Zentrum eröffnen soll. Im Mittelpunkt stehen neben zahlreichen Lesungen auch Neuentwicklungen auf dem Hörbuchmarkt.

Prominente Autoren erwartet

Etliche bekannte Autoren werden in den Frankfurter Messehallen zu sehen sein, Altstar Ken Follett, Margaret Atwood, Cees Noteboom, der britische Kult-Autor Nick Hornby oder Asterix-Erfinder Albert Uderzo. Und die Mode- und Film-Ikone Isabella Rossellini wird ein Buch zum 100. Geburtstag ihres Vaters, des Regisseurs Roberto Rossellini, vorstellen. Harold Pinter (75), der gerade gekürte Literatur-Nobelpreisträger, wird allerdings nicht nach Frankfurt kommen.

Gastland ist dieses Jahr Korea

Der neue Buchmessen-Chef Juergen Boos - er ist seit April im Amt - will Frankfurt auch für die asiatischen Länder zum unverzichtbaren Treffpunkt machen. Deshalb ist die Messe mit ihrem diesjährigen Gastland Korea auch ganz glücklich. Zwar gilt die in Deutschland noch weitgehend unentdeckte koreanische Literatur als eher spröde. Doch der "Tigerstaat" - im internationalen Buchmarkt weltweit die Nummer sieben - ist für deutsche Bücher einer der wichtigsten Lizenzabnehmer geworden. Goethe und Schiller genießen dort einen exzellenten Ruf. Die ehrgeizigen Südkoreaner - der kommunistische Norden wollte sich nicht beteiligen - sehen die Einladung als Herausforderung. Mit 15 Millionen Euro investieren sie mehr als jedes Gastland zuvor in Lesungen und Ausstellungen oder Konzerte, um sich als Kulturnation zu profilieren. Rund 40 koreanische Autoren, die schon seit mehreren Monaten durch Deutschland touren, sind in Frankfurt. Kaum bekannt ist, dass der Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern von buddhistischen Mönchen in Korea im 14. Jahrhundert und damit lange vor Gutenberg erfunden wurde.

Reuters/DPA DPA Reuters

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