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Gewalt und Diskriminierung in Kinderbüchern: Kulturpolitiker sprechen sich gegen Änderungen aus

Auch wenn in einigen klassischen Geschichten und Märchen Gewalt verherrlicht, Minderheiten diskriminiert und Vorurteile aufgebaut würden, sind Kulturpolitiker dagegen, Änderungen vornehmen zu lassen.

Der Thienemann-Verlag will als nicht mehr zeitgemäß geltende Passagen aus Ottfried Preußlers "Die kleine Hexe" modernisieren

Der Thienemann-Verlag will als nicht mehr zeitgemäß geltende Passagen aus Ottfried Preußlers "Die kleine Hexe" modernisieren

In die Debatte um möglicherweise nicht mehr zeitgemäße Passagen in Kinder- und Jugendbüchern haben sich nun auch einige Kulturpolitiker des Bundestages eingeschaltet. Auch wenn in einigen klassischen Geschichten und Märchen Gewalt verherrlicht, Minderheiten diskriminiert und Vorurteile aufgebaut würden, sei es trotzdem nicht angebracht, Nachbesserungen vorzunehmen, damit sie unserem Zeitgeist entsprächen, sagte der kulturpolitische Sprecher der Union, Wolfgang Börnsen (CDU), der "Saarbrücker Zeitung".

FDP-Experte Burkhardt Müller-Sönksen forderte eine Debatte im Kulturausschuss des Bundestages. Eltern sollten mit ihren Kindern "pädagogisch motivierte Gespräche" führen, "anstatt politisch korrekte und historisch zensierte Kinderbücher auszuwählen". Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), nun Mitglied des Kulturausschusses, sagte der Zeitung: "Wir fangen ja auch nicht an, Goethe oder Schiller umzuschreiben." Ähnlich äußerte sich die Kulturexpertin der Linken, Luc Jochimsen. Die Sprache von Autoren zu verändern, die nicht mehr lebten, "halte ich für falsch".

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte kürzlich bekannt, dass sie beim Vorlesen für ihre kleine Tochter ihrer Ansicht nach diskriminierende Begriffe wie "Negerkönig" oder "Negerbaby" entschärfe. Das hatte eine Diskussion ausgelöst. Der Stuttgarter Thienemann Verlag kündigte bereits an, in dem Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" den Begriff "Neger" streichen und andere veraltete Begriffe ersetzen zu wollen. Laut Verlag erfolgt die "Modernisierung" im Einverständnis mit der Familie des Autors Otfried Preußler.

kgi/AFP/DPA/DPA
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo