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Historie: In Deutschland top, in den USA ein Flop

Ihre Wurzeln haben die "Drei Fragezeichen" in den USA. Doch nach dem 43. Buch wurde die Serie dort eingestellt. Ein Hörspiel hat es nie gegeben.

Wie viele andere Serien auch stammen die "Drei Fragezeichen" aus den USA. Im Jahr 1964 erschien dort mit dem "Gespensterschloss" das erste Buch der Jugendserie "Alfred Hitchcock and The Three Investigators". Geschrieben wurde das Buch jedoch nicht von Alfred Hitchcock, sondern von Robert Arthur. "Alfred Hitchcock hat lediglich seinen Namen für die Serie hergegeben", erklärt Martin Meyer von BMG. Gegen die Zahlung einer Lizenzgebühr dürfen die Autoren seinen Namen auf dem Titel verwenden.

Vier Jahre nach der Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten erschien die erste deutsche Ausgabe. Die Originalserie umfasste insgesamt 43 Bände. Neben Robert Arthur schrieben noch drei weitere Autoren an den Büchern. Nach dem 43. Band wurde die Reihe eingestellt. In Deutschland lebte sie jedoch weiter. Verschiedene Autoren haben im Laufe der Zeit zu der Serie beigetragen. Das 114. Buch kam im August 2003 in den Handel.

Unterschied zwischen Buch und Hörspiel

Im Jahr 1979 veröffentlichte der BMG-Verlag "Europa" das erste "Drei Fragezeichen"-Hörspiel. Die Hörspiel-Reihe startete allerdings mit "Der Superpapagei". Das erste Buch "Das Gespensterschloss" ist erst Hörspiel-Folge 11. Dadurch kam es zu einigen Unterschieden zwischen den Büchern und den Hörspielen. Im Jahr 1984 erschienen zwei englischsprachige Hörspiele in Großbritannien. Danach wurde die Produktion wieder eingestellt, denn sie kamen nicht an die Erfolge der deutschen Serie heran.

Nach Information von BMG wurden seit dem Beginn der Serie 26,5 Millionen Tonträger verkauft. Davon erreichten viele den Gold- bzw. Platinstatus. Den Goldstatus erhält ein Tonträger, wenn er mehr als 150 000 Mal über die Ladentheke geht. Platinstatus ist erreicht, wenn über 300 000 Exemplare verkauft werden. Die dreiteilige Jubiläumsausgabe zur 100. Folge schnellte innerhalb von 10 Wochen in die "Gold-Liga", erklärt Corinna Wodrich von BMG.

"Etliche weitere Folgen, vor allem die neueren Folgen, sind auf dem Weg in Richtung Gold bzw. Platin". Dennoch kämen die Verkaufszahlen nicht an die der 80er Jahre heran. "Damals hatten wir mehr Fans. Heute müssen Hörspiele mit Gameboys, PCs und Fernsehen konkurrieren", sagt Wodrich. Musiktauschbörsen haben dem Absatz von "Drei Fragezeichen"-Folgen hingegen wenig Schaden zugefügt. Viele der Hörer sind Sammler oder Fans, die alle Folgen im Original besitzen wollen. "Außerdem liegt der Preis für eine CD bei fünf Euro. Das kann man sich schon mal leisten", meint Wodrich.

Wandel mit der Zeit

Seit fast 25 Jahren gibt es die "Drei Fragezeichen" nun. Seit der ersten Folge hat sich einiges geändert, z.B. die Titelmelodie. In der 50. Folge "Der verschwundene Filmstar" ertönte zum ersten Mal eine neue Melodie. Statt einem rein instrumentalen Stück singt eine vom Computer verzerrte Stimme zum neuen Musikteil. Im Jahr 1995 erschien die erste Hörspiel-Folge auf CD. Nach dem Tod von Peter Pasetti, der Stimme von Alfred Hitchcock, übernahm Matthias Fuchs die Rolle. Da dieser im Dezember 2001 unerwartet starb, spricht Thomas Fritsch seit der 104. Folge den Erzähler.

Im Jahr 2002 gingen die Sprecher von den drei Detektiven Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich auf eine deutschlandweite Live-Tournee. Sie führten die extra für die Bühne geschriebene Folge "Master of Chess" auf. Gleichzeitig erschien auch die erste "Drei Fragezeichen"-DVD.

Irena Güttel
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