Schüsse auf Nationalgardisten Tatverdächtiger Afghane arbeitete für geheime CIA-Einheit

Nationalgardisten in Washingtons Straßen
Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten herrschte in Washingtons Straßen Ausnahmezustand
© Win McNamee / Getty Images
Der Afghane, der in Washington auf zwei Nationalgardisten geschossen haben soll, arbeitete für eine Geheimdiensteinheit unter Führung der CIA – das Motiv für die Tat ist unklar.

Der nach einem Schusswaffenangriff auf US-Nationalgardisten in Washington festgenommene Verdächtige hat in Afghanistan für den amerikanischen Geheimdienst CIA gearbeitet, berichten US-Medien übereinstimmend. Der 29-jährige Afghane Rahmanullah L. gehörte demnach der geheimen Spezialeinheit 03 Zero Unit an, die im südlichen Kandahar stationiert war.

Diese Einheiten waren paramilitärisch und wurden von der CIA ausgebildet, unterstützt und finanziert. Ihre Aufgabe war es, Razzien und Spezialaufträge auszuführen. Für die Amerikaner waren sie die vertrauenswürdigsten Einheiten des damaligen afghanischen Sicherheitapparates. Sie agierten ausschließlich unter dem Kommando der CIA außerhalb der offiziellen Befehlskette.

Einheiten wegen ihrer Brutalität berüchtigt

Die Einheiten waren allerdings wegen ihrer Brutalität berüchtigt. Es soll häufiger bei nächtlichen Razzien zu illegalen Exekutionen gekommen sein. Beim überstürzten Abzug der US-Truppen aus Kabul im August 2021, bei dem Tausende Menschen evakuiert werden mussten, unterstützen die Zero Units die US-Armee entscheidend bei der Sicherung der verbleibenden US- und Nato-Stützpunkte. Sie sollen großen Anteil daran gehabt haben, dass der chaotische Rückzug überhaupt funktionierte.

Die Unterstützung der Spezialeinheiten beim Abzug war auch der Grund, warum zahlreiche ihrer Mitglieder Asyl in den USA erhielten. Im September 2021 floh Rahmanullah L. nach Amerika, 2024 beantragte er Asyl, das ihm 2025 gewährt wurde. Wie einige andere Mitglieder der Zero Units lebte er nach seiner Flucht im Großraum Seattle. Von dort soll Rahmanullah L. auch nach Washington gefahren sein, wo er das Attentat beging.

Eine Nationalgardistin in Washington gestorben

Rahmanullah L. hatte am Mittwoch nur wenige Häuserblöcke vom Weißen Haus entfernt auf die Soldaten gefeuert. Bei der Festnahme kurz danach war er selbst angeschossen und schwer verletzt worden. Eine Soldatin erlag Trump zufolge ihren Verletzungen, der zweite Nationalgardist kämpft demnach um sein Leben. Trump bezeichnete die Tat als Terrorattacke und den Verdächtigen als "Monster".

Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte, der Tatverdächtige sei im Rahmen der "Operation Allies Welcome" gekommen – ein Programm, das von Präsident Joe Biden aufgesetzt worden war. Angeblich sei er nicht überprüft worden, behauptete Noemi.

Aktuell sind alle Einwanderungsanträge afghanischer Staatsbürger mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, erklärte die Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS. Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation AfghanEvac müssten sich afghanische Staatsbürger bereits jetzt "einer der umfangreichsten Sicherheitsüberprüfungen" unterziehen. Die "isolierte und gewalttätige Tat" eines Einzelnen solle nicht als Vorwand genutzt werden, um alle Afghaninnen und Afghanen zu diskreditieren, forderte AfghanEvac-Chef Shawn VanDiver.

Quellen: DPA, "New York Times", CBS News

tis

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