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Neuer Roman: Joachim Meyerhoff: "Habe unbekannte moralische Skrupellosigkeit in mir entdeckt"

Der neue Roman von Burgschauspieler Joachim Meyerhoff erscheint am 9. November. Darin beleuchtet er seine frühen Beziehungen zu Frauen - und seine Fähigkeit, moralisch ohne Skrupel zu handeln, gesteht er dem stern.

Joachim Meyerhoff auf der Bühne in Wien - stern-Interview zu seinem neuen Roman

Burgschauspieler Joachim Meyerhoff (hier auf der Bühne in Wien) spricht im Interview über seinen neuen Roman "Die Zweisamkeit der Einzelgänger".

, 50, weiß nicht, was ohne die Schauspielausbildung aus ihm geworden wäre. "Vielleicht habe ich auch deshalb all die Jahre durchgehalten, weil ich einfach nicht wusste, was ich sonst hätten machen sollen", erzählt der heute gefeierte Burgschauspieler im Interview mit dem stern. "Ein richtiger Schauspieler zu werden - das war wirklich ein sehr langer und sehr mühsamer Weg", erzählt Meyerhoff. "Oft dachte ich, ich schaffe es nie.“

In seinem neuen Roman "Die Zweisamkeit der Einzelgänger", der am 9. November erscheint, geht es erneut um Meyerhoffs Leben. Diesmal sind seine frühen Beziehungen der Schwerpunkt. In seiner Zeit am Theater in ist Meyerhoff einsam und erfolglos. Aber er will unbedingt am Leben teilnehmen und beginnt beinahe gleichzeitig Beziehungen zu drei Frauen.

Joachim Meyerhoff: "Kein stabiler Charakter"

Verwundert habe er "eine bis dahin unbekannte moralische Skrupellosigkeit" in sich entdeckt. In jeder Welt sei ein anderer Joachim am Werk gewesen. "Das hat auch meinem nicht sehr stabilen Charakter zu tun", erzählt Meyerhoff. "Ich habe Stabilität immer mehr über andere erfahren als durch mich selbst. Ich konnte immer prima an andere andocken und dann denken, das wäre ich."

Dabei hatte er lange Zeit nach der Ausbildung eher Probleme mit dem anderen Geschlecht. Die Körperlichkeit an der Schauspielschule habe ihn erst irritiert und dann angewidert: "Dieses Geknuddel, Gewuddel, Geknutsche und Gemutschel. Das Zermörsern der Privatspähre als Berufsbestandteil fand ich schrecklich. Das hat mich längere Zeit zum Asketen gemacht."


Das vollständige Interview mit Joachim Meyerhoff lesen Sie im aktuellen :




Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo