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Literaturauszeichnung Felicitas Hoppe erhält Büchner-Preis


Dieses Ereignis hat Felicitas Hoppe in ihrer fiktiven Autobiografie nicht vorhergesehen: Die deutsche Schriftstellerin wird in diesem Jahr mit dem renommierten Büchner-Preis ausgezeichnet.

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. "In einer Zeit, in der das Reden in eigener Sache die Literatur immer mehr dominiert, umkreist Felicitas Hoppes sensible und bei allem Sinn für Komik melancholische Erzählkunst das Geheimnis der Identität", begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 27. Oktober 2012 in Darmstadt vorgesehen.

Mit landläufigem Realismus hatte die Erzählerin noch nie etwas am Hut. In "Pigafetta" (1999) ging die Traumreise im Containerschiff gleich um die ganze Welt, mit "Johanna" (2006) erlebten wir eine wundersam vertrackte Annäherung an die Jungfrau von Orléans, "Iwein Löwenritter" (2008) erzählte alte Abenteuer ganz neu. Zuletzt legte die 1960 in Hameln geborene Autorin eine wild ausufernde Traumbiografie vor, in der die losen Enden vieler ihrer Bücher zusammenfinden.

Der Georg-Büchner-Preis wurde erstmals am 11. August 1923 vom "Volksstaat Hessen" verliehen, damals "an bildende Künstler, an Dichter, an Künstler, an hervorragende ausübende Künstler, Schauspieler und Sänger". Namensgeber ist der deutsche Revolutionär und Dramatiker Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb. 1951 wurde die Auszeichnung in einen Literaturpreis umgewandelt und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Verfügung gestellt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die renommiertesten Namen der deutschsprachigen Literatur, wie Gottfried Benn (1951), Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986), Elfriede Jelinek (1998) oder Friedrich Christian Delius (2011).

jwi/hw/DPA DPA

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