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Nach Rassismus-Vorwurf: Christian Kracht sagt Buchvorstellung ab

Der "Spiegel" warf ihm eine rassistische Weltsicht vor, nach dieser Anschuldigung sagte Autor Christian Kracht seine Buchvorstellung von "Imperium" ab. Begründung des Verlags: Kracht bedrücke der Angriff so sehr, dass er nicht nach Deutschland komme.

Nach Rassismus-Vorwürfen im "Spiegel" wegen seines neuen Buchs "Imperium" hat der Schriftsteller Christian Kracht seine Buchvorstellung in Berlin abgesagt. "Der "Spiegel"-Angriff bedrückt Christian Kracht so sehr, dass er sich im Moment außerstande sieht, nach Deutschland zu kommen", teilte sein Verlag Kiepenheuer & Witsch am Mittwoch in Köln mit. In dem Nachrichtenmagazin hatte der Rezensent Georg Diez dem Schweizer vorgeworfen, eine rassistische Weltsicht zu vertreten und "Türsteher der rechten Gedanken" zu sein.

Ein neuer Termin für die ursprünglich am 22. Februar geplante Buchpremiere am Deutschen Theater stehe noch nicht fest, teilte der Verlag mit. KiWi-Verleger Helge Malchow hatte Diez' Vorwürfe zuvor entschieden zurückgewiesen und von "Unterstellungen und atemberaubenden Verdrehungen" gesprochen. Andere Kritiker hatten das Buch gelobt.

In seinem vierten Roman schildert der 45-jährige Kracht die Geschichte eines Aussteigers mitten in der deutschen Kolonialzeit. Der Nürnberger August Engelhardt hatte 1902 eine Südsee-Insel gekauft, um dort das "Kokovorische Weltreich" zu gründen. In Engelhardts Lehre ging es darum, nackt der Kokosnuss zu huldigen.

kave/DPA / DPA