HOME

Schon vergessen?: Unser Autor fühlt sich dumm – bis ihn diese drei Menschen das Erinnern lehren

Er vergisst viel, ständig. Geburtstage, Namen, Buchinhalte. Um das Erinnern zu lernen, lässt sich unser Autor von drei Profis trainieren: einem Londoner Taxifahrer, einem Quizchampion und einer Meditationslehrerin. Ob ihm das hilft?

Von Christopher Piltz

Mann schlägt Hände über dem Kopf zusammen

Unser Autor vergisst viel, ständig: Geburtstage von Freunden, Filmtitel, wichtige Politiker. Was kann er tun, um sich besser zu erinnern? (Symbolbild)

Getty Images

Neulich wieder, bei meinem Umzug, während ich in der neuen Wohnung Bücher einsortierte. Im Regal lehnten Krimis von Simon Beckett, "Imperium" von Christian Kracht, Kehlmanns "Die Vermessung der Welt". Grass und Brecht, die Biografien Obamas und Mandelas. Fast 200 Bücher, einen Großteil hatte ich gelesen. Sollte ich kennen. Eigentlich.

Doch in diesem Moment spürte ich nur eine Leere. Inhalt? Charaktere? Vergessen. Die schönsten Szenen? Anscheinend gelöscht. Bei einigen Büchern holte selbst der Klappentext die Erinnerung nicht zurück. Ich blätterte, ich las, aber der Dunst des Unbekannten lichtete sich nur langsam. Ein frustrierender Moment, in dem es sich anfühlte, als hätte ich Stunden meines Lebens vergeudet. Was bringt es, zu lesen, wenn ich mich nicht mehr erinnern kann, was ich gelesen habe? Genauso könnte ich essen und danach sofort erbrechen.

"Ich konnte mich nicht mal an den Namen meiner Mitbewohnerin erinnern"

Eine Freundin hat das Talent, aus Büchern und Artikeln zitieren zu können. Schöne Sätze, abgespeichert und abrufbar in ihrem Kopfarchiv. An mir scheint das vorbeizurauschen. Vielleicht speichere ich es ab, nur weiß ich nicht, wo ich suchen muss. Und viel schlimmer ist es, wenn ich noch nicht einmal mehr weiß, dass ich suchen sollte.

Ich vergesse viel, ständig. Geburtstage von Freunden, Filmtitel, wichtige Politiker. Einmal konnte ich mich nicht mehr an den Namen meiner Mitbewohnerin erinnern. Wir wohnten schon über ein Jahr zusammen. Bislang habe ich mich nicht getraut, das zuzugeben. Zu peinlich wirkt es, zu erniedrigend, eben: dumm. Ich habe die Schule beendet, ich habe studiert, ich kann diesen Text schreiben.

Wie schaffe ich es, mich besser zu erinnern?

Was also läuft falsch bei mir? Warum scheint es, als würden andere mit einem Teesieb durch die Informationsströme des Alltags fischen, während mir nur ein grobmaschiges Netz bleibt, in dem sich kaum etwas verfängt? Schaffe ich es, mich besser zu erinnern?

Kaum ein menschliches Organ fasziniert die Wissenschaft so sehr wie das Gehirn, und über kaum ein Organ ist so wenig bekannt. Ein Kosmos aus hundert Milliarden Neuronen, die untereinander mit Synapsen verknüpft sind, etwa hundert Billionen. Die europäische Forschungsinitiative Human Brain Project versucht zu entschlüsseln, was genau das ist: das Gehirn. Dafür bauen Forscher seit Jahren das Gehirn am Computer nach. Über achtzig internationale Institute sind beteiligt, die Fördergelder liegen bei 1,2 Milliarden Euro. Ein ähnliches US-amerikanisches Projekt kostet mehr als vier Milliarden Euro. Dimensionen, vergleichbar mit Weltraummissionen und dem Teilchenbeschleuniger CERN in der Schweiz.

Hätte eine Festplatte den Speicher eines Gehirns, könnte man diese mit 4000 Jahren Musik füllen

Das Lager all der Informationen befindet sich in der Großhirnrinde. Dort stehen uns etwa zwei Petabyte Speicher zur Verfügung, eine Zahl mit fünfzehn Nullen. Würde man diesen Speicherplatz auf einer Festplatte mit MP3-Songs füllen, es würde 4000 Jahre dauern, sie abzuspielen.

Unser Gedächtnis teilt sich dabei in drei Formen auf: das semantische, das episodische und das prozedurale Gedächtnis. Im semantischen Gedächtnis speichern wir alle Fakten, Namen und Daten ab, es gleicht einem Lexikon. Unsere persönlichen Erlebnisse finden sich im episodischen Gedächtnis wieder, eine Art Fotoalbum, unsere Autobiografie. Das prozedurale Gedächtnis umfasst Fähigkeiten, die wir gelernt haben. Fahrradfahren, Tennisspielen, diesen Text mit der Tastatur schreiben. Lauter innere Gebrauchsanweisungen, denen wir meist unbewusst folgen.

In meinem Fokus: mein inneres Lexikon. Ich will es effektiver füllen und die Fakten auch wieder abrufen können. Dafür gehe ich bei drei Gedächtnismeistern in die Lehre, einem Londoner Taxifahrer, einem Berliner Quizchampion und einer Meditationslehrerin.

Erinnern lernen bei einem Londoner Taxifahrer

Russell Square, London. Regen gischtet auf den Asphalt, Passanten mit Schirmen eilen an mir vorbei. Am Straßenrand parkt Anthony Head. Head, 28, ist Taxifahrer in der britischen Hauptstadt, ein Cabbie. Er trägt eine pomadige Haartolle und hat genug Selbstbewusstsein, zu behaupten, die Londoner Taxifahrer seien die besten der Welt. Wenn ich verstehen wolle, was das Gehirn leisten kann, sei ich bei ihm richtig. Er klingt, als wäre er ein Großmeister der Erinnerung.

Um die Lizenz zu bekommen, müssen die Taxifahrer eine der schwersten Prüfungen des Landes bestehen: "The Knowledge", das Wissen. Ihr Lernstoff: alle Straßen in einem Radius von zehn Kilometern rund um den Bahnhof King’s Cross. 25 000 Straßen, Plätze und Alleen. Dazu kommen weitere 20 000 Sehenswürdigkeiten. Theater und Restaurants, Pubs und Museen, Galerien und Hotels. U-Bahn-Stationen, Shoppingcenter, Polizeistationen. Dennoch besteht jeder Zweite The Knowledge. Wie schaffen die das?

Stoppen, merken, fahren: ein lückenloser, mentaler Atlas

Head sagt, ein Londoner Taxifahrer muss die Stadt nicht nur kennen, er muss einen mentalen Atlas anlegen, lückenlos. Um das zu schaffen, begann Head vor sechs Jahren, die Stadt auf einem Motorroller zu erkunden. Er hatte sich beim Transport for London Office als Anwärter registrieren lassen, Karten, Bücher, DVDs gekauft und begonnen, Straße für Straße abzuspeichern. 320 Routen gibt die Behörde vor, die ein Taxifahrer beherrschen muss; sie decken fast das gesamte Stadtgebiet ab. Heads erste Route führte ihn von Manor House zum Gibson Square. Vier Kilometer, vierzehn Minuten Fahrtzeit, vorbei an 31 Seitenstraßen, vorbei am Best Western London Highbury Hotel. Kent Hall Hotel. Celestial Church of Christ. The Bull Pub. Nach je drei Kreuzungen stoppte er, merkte sich die Straßen, fuhr weiter. Er fragte sich nicht, warum er das machte. Ob er es schaffen würde. Stoppen, merken, fahren. Stoppen, merken, fahren. Route für Route. Bezirk für Bezirk.

Vier Jahre saß Head auf seinem Roller, jeden Abend, und lernte das Londoner Straßennetz. Er hatte Karten in seiner Wohnung aufgehängt, Übungs-Apps auf dem iPhone installiert. Im Urlaub lag er mit einer großen Faltkarte am Strand und lernte. 2014 saß er das erste Mal am Steuer eines Black Cab, des traditionellen Londoner Taxis. Er hatte es geschafft.

Lernen ist kein Sprint – es ist ein Marathon

"Wenn du versuchst, alles auf einmal zu lernen, scheiterst du", sagt er mir, als wir an viktorianischen Straßenzügen entlangfahren. "Du musst es dosieren. Und wiederholen. Lernen ist kein Sprint, das ist ein Marathon."

Studien des University College London zeigen, wie sich bei denen, die The Knowledge bestehen, die Gehirnstruktur verändert, speziell der Hippocampus. Forscher vermuten, dass er evolutionsbiologisch der älteste Teil unseres Gehirns ist.

Er hat die Form eines Seepferdchens, liegt in der Mitte unseres Gehirns und misst nur wenige Zentimeter. Im Hippocampus, so sagen Forscher, liegt der Schlüssel zum Erinnern. Dort wird entschieden, welche Informationen aus dem Arbeitsgedächtnis, einer Art Zwischenspeicher, ins Langzeitgedächtnis gelangen. Der Hippocampus ist sozusagen der Archivar des Gehirns, ordnet ein, mistet aus. Ohne ihn können wir keine weiteren Informationen abspeichern.

Unser Gehirn ist plastisch, es lässt sich umstrukturieren

Die britischen Forscher fanden heraus: Bei Londoner Taxifahrern ist der Hippocampus größer als in der restlichen Bevölkerung. Die Ergebnisse der Studie waren im Jahr 2011 eine kleine Sensation; einer der eindrücklichsten Beweise, dass unser Gehirn ein plastisches Organ ist. Wir können es durch Training in Teilen umstrukturieren wenn wir uns dauerhaft mit etwas beschäftigen. Wie einen Muskel, der sich trainieren lässt. Anthony Head schaut sich deshalb häufiger abends seine alten Übungskarten an. Bloß nichts vergessen. Den Muskel nicht verkümmern lassen.

Skeptisch macht mich jedoch eine andere Studie. Sie zeigt: Die Taxifahrer sind nicht grundsätzlich klüger geworden. Für den Test zeigten Forscher den Londoner Taxifahrern für einige Minuten ein abstraktes Bild; anschließend sollten sie es mithilfe ihrer Erinnerung nachzeichnen. Die Taxifahrer schnitten dabei schlechter ab als eine Kontrollgruppe. Wie bei einem Sportler, der nur auf der Hantelbank Gewichte drückt, verbesserten die Taxifahrer nur einen Teil ihres Gedächtnisses, das räumliche Denken bauten aber in anderen Bereichen ab.

So erinnert sich ein Quizchampion

Was, wenn ich mich besser an Namen, Geburtstage oder Filmtitel erinnere aber anderes vergesse? Ich will mehr. Ich brauche einen neuen Trainer, jemanden, der alles wissen muss.

Ein Sonntagabend in Berlin-Steglitz. Im Finnegan’s Irish Pub dienen Eichenfässer als Stehtische, an der Wand hängen Rugbybälle, hinter der Theke stehen Whiskyflaschen. Ich bin hier fürs Kneipenquiz. Mein Lehrer ist Sebastian Klussmann.

Klussmann hat mit sieben Jahren angefangen, Quizsendungen zu gucken, zusammen mit seiner Oma. Er liest fast nur Sachbücher, er liebt die vielen Fakten, sagt, sie erregen ihn informativ. Klussmann gewann fünfmal in Folge die Berliner Quizmeisterschaft, er schreibt Fragen für TVShows und fürs Kneipenquiz. Ein Erinnerungsprofi, mit 27 Jahren. Sein Dreipunkteplan für ein besseres Gedächtnis klingt, als wäre es das Einfachste der Welt, beinahe alles zu wissen.

Dreipunkteplan für ein besseres Gedächtnis

1. Interessiere dich. Wenn man sich nicht grundsätzlich für etwas interessiert, bleibt auch nichts hängen. Und je größer die Lust am Thema, desto häufiger beschäftigen wir uns damit und desto engmaschiger wird das Fangnetz. Denn wir bilden schneller eine Basis an Wissen, auf der sich aufbauen lässt. Speichern wir eine Erinnerung oder eine Information im Langzeitgedächtnis ab, verknüpfen sich Zellen. Rufen wir eine Info häufiger ab, wird die Verbindung zwischen den Zellen stärker. Neue Details lassen sich leichter merken und alte schneller abrufen.

2. Verbinde ein Thema mit Emotionen. Klussmanns Problemfeld: Blumen. Um sich dort zu verbessern, geht er mit seiner Mutter durch den Garten und fragt nach ihren Lieblingsblumen. Wenige Tage später wiederholt er den Gang mit seiner Oma. Der Trick: Bereiche im Gehirn, die unsere Emotionen auslösen, grenzen an den Hippocampus und die Großhirnrinde, also unser Erinnerungszentrum. Verbinden wir eine Information mit einem Freund oder einem Verwandten, aktivieren wir mehr Synapsen. Die Chance, sich zu erinnern, steigt.

3. Nimm dir Zeit. Unsere Aufnahmefähigkeit ist begrenzt. Wir schaffen nicht zwei Museen am Tag. Unser Gehirn braucht Zeit, die Informationen abzuspeichern. Unser Arbeitsgedächtnis kann sich in einer Minute nur etwa sieben Fakten merken. Wenn wir die sofort mit neuem Input überspielen, sind sie verloren.

Fast fünf Gigabyte an Informationen nimmt das Gehirn jede Stunde auf

Doch jetzt, an diesem Sonntagabend, bei Guinness und Fish and Chips, bringt mir das alles nichts mehr. Showtime, Pubquiz, und ich muss in drei Runden je zehn Fragen beantworten. Alleine. Die ersten Fragen laufen gut. Dann, Frage fünf: "Nennen Sie einen der beiden österreichischen Bundespräsidentenkandidaten." Auf der Fahrt zum Pub habe ich mehrere Artikel zur Wahl in Österreich gelesen. Ich habe das vorläufige Endergebnis im Kopf (48 zu 52 Prozent), ich weiß, dass die Briefwählerstimmen noch nicht ausgezählt sind aber die Namen? Höfer? Hoffer? Van der Bellen? Oder Van der Gellen? Ich strauchle.

Im Alltag nehmen wir mit unseren Sinnen 4,6 Gigabyte an Informationen auf jede Stunde. Und die Menge nimmt zu. "2011 hat ein Amerikaner fünfmal mehr Informationen jeden Tag aufgenommen als noch 1986", schreibt Daniel Levitin in seinem Buch "The Organized Mind".

Ich merke es bei mir selbst: Gehe ich auf die Toilette, lese ich auf meinem Smartphone. Sitze ich im Zug, wische ich mich durch die Nachrichten. Beim Frühstück höre ich Radio. Lege ich Wäsche zusammen, läuft nebenbei Netflix. Auf Mail folgt Telefonat folgt Whatsapp-Nachricht folgt Besprechung folgt Facebook. Selbst im Aufzug checke ich meine E-Mails. Das Büro ist im dritten Stock. Meist hat mein Posteingang noch nicht ganz geladen, da öffnet sich wieder die Tür. Ein Irrsinn.

Unser Gehirn muss uns vor uns selbst schützen 

Unser Gehirn muss uns vor uns selbst schützen. Es muss Informationen priorisieren, ignorieren, vergessen. "Wir haben verlernt, Informationen zu verarbeiten", sagt auch Martin Korte, Neurobiologe an der TU Braunschweig. Wie unser Magen und unser Darm Zeit brauchen, um die Nährstoffe aus der Nahrung zu ziehen, braucht das Gehirn Zeit, aus der Flut an Informationen die wichtigen herauszufiltern und auch greifbar abzuspeichern. Diese Zeit gebe ich meinem Gehirn nicht. Noch nicht.

Ein Forscherteam am Massachusetts General Hospital fand 2011 heraus, dass wir mit Meditation unsere Hirnsubstanz vergrößern können unter anderem den Hippocampus. Die Forscher hatten Patienten untersucht, die einen Acht-Wochen-Achtsamkeitskurs besucht hatten. Scheinbar hat die Entspannung im Gehirn dafür gesorgt, dass die Durchblutung gesteigert wird und sich neue Nervenzellen bilden. Neue Verbindungen entstehen, Informationen können schneller verarbeitet werden. Für eine andere Studie nahm eine Gruppe Studenten für zwei Wochen an einem Achtsamkeitskurs teil, während eine Kontrollgruppe Ernährungsunterricht bekam. Vor und nach dem Kurs sollten die Teilnehmer einen Intelligenztest ausfüllen, das Ergebnis: Die erste Gruppe lieferte deutlich bessere Resultate, das Kurzzeitgedächtnis hatte sich verbessert, ebenso die Konzentration.

"Uns fehlt der Mut nichts zu tun"

Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien mit Probanden, die regelmäßig Sport machten. Das klingt zu gut: ein besseres Gedächtnis, ohne das Gehirn anzustrengen. Habe ich sie gefunden, die Lösung?

Ganz so simpel sei es nicht, sagt die Psychologin Britta Hölzel. Aber es sei wichtig, dem Gehirn Zeit zum Verarbeiten zu geben. Dem Stressstrudel zu entkommen. Stress zerstört Zellen und ihre Verbindungen im Gehirn. Ruhe dagegen baut sie auf. Man müsse gar nicht stundenlang meditieren. "Es hilft, wenn wir an Ampeln, auf Rolltreppen und im Zug nicht telefonieren oder SMS schreiben, sondern einfach da sind", sagt Hölzel. "Uns fehlt der Mut, nichts zu tun."

Meditation für ein besseres Gedächtnis?

Wenige Tage später sitze ich auf einem orangefarbenen Teppichboden, die Beine gekreuzt. Sonnenstrahlen schimmern durch Vorhänge, eine Buddha-Statue steht auf einem kleinen Schrein. Ich atme. Ein. Und aus. Ein. Aus.

Vor mir sitzt Renate Kommert. Wie ein Mantra wiederholt sie: "Die Gedanken nicht abschweifen lassen. Wir holen sie zurück. Wir spüren unsere Füße, spüren, wie die Beine den Boden berühren. Wir bemerken, wie wir atmen."

Kommert, 63, ist Meditationstrainerin, seit 25 Jahren. Sie hat in Indien gelebt und im Kloster des Dalai Lama geschwiegen. Jeden Morgen steht sie um 6.30 Uhr auf und meditiert. Eine Frau mit Disziplin. Ihre Praxis in Hamburg nennt sie ihr "Hinterhofkloster". Hier gibt sie seit sechs Jahren Mindfulness-Based-Stress-Reduction-Kurse, kurz: MBSR. Achtsamkeitsseminare. Die Teilnehmer lernen, nichts zu machen. Sich nicht von Gedanken ablenken zu lassen. Einfach zu sein. "Wach werden für den Moment", nennt Kommert diesen Prozess.

Ganz einfach: Ruhe, Atmen, Laufen

Bei der nächsten Übung soll ich durch den Raum gehen. Kommert steht neben mir, wir schauen beide geradeaus an die Wand. Sie sagt: "Nehmen Sie wahr, wie die Zehen den Boden berühren. Der Mittelfuß. Die Ferse. Verlagern Sie langsam das Gewicht und machen Sie einen Schritt. Und wenn Sie merken, die Gedanken driften ab, denken Sie an den nächsten Schritt." Es ist so einfach. Gehen. Sich auf jeden Schritt konzentrieren. Atmen.

Als ich die Praxis verlasse, rät sie mir, häufiger mal das Radio abzuschalten. Den Fernseher nicht laufen zu lassen. Sondern mich auf das zu konzentrieren, was ich mache. Abwaschen, duschen. Oder einfach nur sitzen. "Trauen Sie sich", sagt sie noch zu mir und schließt die Tür.

Am Ende finden sich immer Wege, sich zu erinnern

Einige Wochen nachdem ich in London meine Erinnerungssafari begonnen habe, spielt St. Pauli gegen Eintracht Braunschweig. Ich bin Braunschweig-Fan, seit fünfzehn Jahren. Ich weiß, dass Braunschweig 1991 das letzte Mal am Hamburger Millerntor gewonnen hat. Ich kenne die Ergebnisse der vergangenen Jahre, ohne sie googeln zu müssen. 0:1. 0:1. 1:5. 0:0. Ich habe nichts vergessen. Geht es um Fußball, sind zwei der drei Klussmannpunkte erfüllt Emotion und Interesse. Vielleicht, denke ich, interessiere ich mich nicht genug für Bücher? Oder ich lenke mich zu sehr ab, während ich lese? Vielleicht erwarte ich einfach zu viel von mir und meinem Gehirn. Schließlich finden sich am Ende immer Wege, sich zu erinnern. Auch den Namen meiner Mitbewohnerin habe ich wieder herausgefunden, bevor ich zu ihr in die Küche ging. Ich habe einfach in meinen E-Mails nachgeschaut.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON Ausgabe 10/2016 erschienen.

Mathe-Trick: Geniales System: So multipliziert ihr – ganz ohne zu rechnen

CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.