"Avatar - Aufbruch nach Pandora" 3D-Film von James Cameron


Auf diesen Film hat die Welt mit allergrößter Spannung gewartet - nun ist er ab dem 17. Dezember als teuerstes Weihnachtsgeschenk Hollywoods auf den Leinwänden aller Kontinente zu sehen: James Camerons dreidimensionales Zukunfts-Abenteuer "Avatar - Aufbruch nach Pandora".

Auf diesen Film hat die Welt mit allergrößter Spannung gewartet - nun ist er ab dem 17. Dezember als teuerstes Weihnachtsgeschenk Hollywoods auf den Leinwänden aller Kontinente zu sehen: James Camerons dreidimensionales Zukunfts-Abenteuer "Avatar - Aufbruch nach Pandora". Es ist der erste Film des Oscar-Preisträgers nach dem alle Kassenrekorde sprengenden Welterfolg "Titanic" aus dem Jahr 1997. Cameron hat also viel Zeit gehabt und sich viel Zeit genommen, um das Publikum erneut zu faszinieren.

Nach dem fast dreistündigen Spektakel, das nur mit den am Eingang verteilten dunklen 3D-Brillen auch eines ist, besteht kein Zweifel mehr an dessen kommerzieller Perspektive. Mit einer großen Tüte Popcorn und am besten gleich zwei Getränken lässt sich das Geschehen, das tricktechnisch neue Dimensionen beschreitet, gut genießen. Was Cameron und sein Team nach mehrjähriger Arbeit präsentieren, ist nicht nur wegen der dreidimensionalen Optik faszinierend und wohl auch sensationell, sondern durchgängig unterhaltsam sowie von edler Gesinnung geprägt. Insofern ist Camerons "Avatar" keine Enttäuschung, wenngleich auch keine Offenbarung.

Erzählt wird die Geschichte eines US-Marines namens Jake Sully, der im fernen Jahr 2154 nicht nur seinen Zwillingsbruder verloren hat, sondern auch gelähmt an den Rollstuhl gefesselt ist. Als sich Jake die Chance bietet, mit einem Raumschiff zu dem erdähnlichen Mond eines etliche Lichtjahre entfernten Sonnensystems zu starten, zögert er nicht. Pandora ist die Bezeichnung des Mondes, auf dem es Vorkommen eines wertvollen Minerals gibt, mit dem die Energienöte der Erde gelöst werden sollen. Seit dreißig Jahren sind bereits Menschen auf Pandora dabei, mit gigantischen Maschinen dieses Mineral Unobtainium zu gewinnen.

Der 'Störfaktor' bei diesem einträglichen Geschäft sind die auf Pandora lebenden einheimischen Na'vis, deren Lebensweise und Sitten deutliche Parallelen zu den Indianern Nord- und Südamerikas erkennen lassen. Äußerlich unterscheiden sich die hochgewachsenen Außerirdischen mit ihren lustigen langen Schwänzen allerdings ziemlich deutlich von jenen.

Sie müssen sich nicht nur mit den brutal vorgehenden Eindringlingen von der Erde auseinandersetzen, sondern auch in einer fantasiebunten Dschungelwelt voll hochgefährlicher Tiere und Flugwesen behaupten. Letzteres gelingt den gelenkigen Na'vis bestens. Doch für das Kräftemessen mit dem technologisch überlegenen, militarisierten Sicherheitsdienst der Invasorenkolonie reicht das natürlich nicht.

Eine andere Gefahr für die Na'vis ist jedoch viel tückischer: Weil die Luft Pandoras für die ungebetenen Besucher von der Erde absolut unverträglich ist, haben Wissenschaftler das Avatar-Programm entwickelt. Damit kann das Bewusstsein menschlicher "Steuermänner" an einen ferngesteuerten biologischen Körper mit dem Aussehen eines Na'vis gekoppelt werden. Die so geschaffenen hybriden Avataren sind also trotz der Giftatmosphäre aktionsfähig und können mit ihrer täuschenden Hülle die Einheimischen unterwandern. Einer dieser Avatare wird der bereitwillige Jake, der in seiner neuen Gestalt endlich wieder gehen und bald auch noch sehr viel mehr kann.

Denn der sympathische Avatar verliebt sich nicht nur in die Na'vi-Prinzessin Neytiri, sondern wird in einem furiosen Finale auch zum Retter der Flora, Fauna und Urbevölkerung Pandoras vor der Vernichtung durch die energiesüchtigen Ausbeuter von der Erde. Einmal mehr rettet ein tapferer Amerikaner, dargestellt von dem kernigen Australier Sam Worthington, die Welt, wenngleich es zur Abwechslung nicht die unsere ist. Jake, das ist der anständige einsame Cowboy, der gemeinsam mit den edlen Indianern, die diesmal Na'vi heißen und deshalb blau- statt rothäutig sind, die Verbrechen skrupelloser weißer Geschäftemacher verhindert.

Ein wenig boshaft könnte man den Film, der mindestens 250 Millionen Dollar gekostet haben soll, als teuersten Western aller Zeiten bezeichnen, allerdings in moderner Science-Fiction-Verkleidung. Mit innovativen Techniken hat der 54-jährige Regisseur neue Maßstäbe für diese Art von Kinospektakel gesetzt. Leider gebraucht der Drehbuchautor Cameron zu viele Klischees und altbekannte Versatzstücke aus den verschiedenen Genres, um inhaltlich dem technischen Niveau seines Werks zu entsprechen. Und er schreckt bei der Darstellung der Na'vi selbst vor süßlichstem Ethno-Kitsch nicht zurück, den der "Titanic"-Filmkomponist James Horner leider auch noch tonmalerisch quälend verstärkt.

Wer das als Zumutung empfindet, wird jedoch eine Mitwirkende des Films bestimmt mögen: Die souverän-freche Sigourney Weaver, die eine tragisch endende Wissenschaftlerin spielt. Die ehemalige Protagonistin der legendären "Alien"-Serie bringt erfrischende Präsenz in die simpel gestrickte Handlung. Und als einzige Figur darf sie nach Herzenslust in fast jeder Lebenslage rauchen. Das mag kaum weniger gesundheitsschädigend als die Luft von Pandora sein, doch gibt auch einen beruhigenden Ausblick: Selbst der Perfektionist James Cameron hält die Beibehaltung kleiner menschlicher Laster auch noch im Jahr 2154 für geboten. Irgendwie ist das eine beruhigende Neujahrsbotschaft.

AP AP

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