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"Frau Müller muss weg!": Eltern - seht Euch diesen Film an!

"Frau Müller muss weg!" heißt der neue Film von Sönke Wortmann. Eine sehr komische Warnung vor durchgeknallten Helicopter-Eltern.

Von Kester Schlenz

Kinotrailer: "Frau Müller muss weg"

Jeder, der schon mal einen Elternabend besucht hat, kennt sie: die überbesorgten, beinahe besessenen Eltern, die die schulische Ausbildung ihrer Kinder wie Kettenhunde überwachen und nach den eigenen - oft kruden - Vorstellungen mitgestalten wollen. Nicht, dass in unseren Schulen alles gut wäre - aber nach ein paar Elternabenden weiß jeder, dass viele Erziehungsberechtigte ein Teil des Problems sind. Diesen Müttern und Vätern widmet sich der Regisseur Sönke Wortmann jetzt auf sehr komische Weise in seinem neuen Film "Frau Müller muss weg!". Erzählt wird, wie sich fünf Eltern (Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Ken Duken, Mina Tander, Alwara Höfels) an einem Nachmittag mit der Klassenlehrerin ihrer Kinder (Gabriela Maria Schneider) in der Schule treffen. Ihr Ziel: sie wollen die erfahrene Pädagogin dazu bewegen, die Klasse abzugeben. Zu schlecht sei das Unterrichtsklima in der Klasse, zu mies die Noten, jetzt so kurz vor dem so wichtigen Wechsel der Kleinen aufs Gymnasium.

Doch die Aussprache im Klassenraum wird zum Desaster. Die Lehrerin ist entsetzt, die Elternschar wird immer aggressiver. Schnell wird klar, dass alle aneinander vorbei reden und im Grunde nichts voneinander wissen. Vorurteile prallen aufeinander. Irrtümer, geplatzte Träume, verdrängte Ängste und Lebenslügen offenbaren sich. Schließlich gerät das Eltern-Lehrer-Treffen völlig aus dem Ruder...

Gabriela Maria Schmeide als Lehrerin Frau Müller

Gabriela Maria Schmeide als Lehrerin Frau Müller

Sönke Wortmann erzählt diese Geschichte auf brillante Weise. Die Darsteller sind hervorragend. Die Dialoge sitzen. Anke Engelke gibt fast beängstigend glaubwürdig mit schneidender Härte das ehrgeizige Mutter-Biest. Justus von Dohnányi brilliert als cholerischer Looser, und auch Mina Tander, Alwara Höfels und Ken Duken zeigen, dass sie das Zeug zu Charakterdarstellern haben. Auch, weil Wortmann jedem von ihnen genug Raum lässt - und es am Ende schafft, Komik, Satire und Slapstick doch noch in eine Ernsthaftigkeit zu drehen, die man anfangs gar nicht erwartet hat.

"Frau Müller muss weg!" ist ein intelligenter, sehr unterhaltsamer und schlussendlich auch durchaus lehrreicher Film. Denn irgendwie erkennen wir uns in den Eltern dieser Komödie trotz aller Übertreibungen auch ein bisschen selber wieder.

"Frau Müller muss weg" startet bundesweit am 15. Januar